Währungskrieg: Brasilien errichtet Schutzwall

Seit Jahresbeginn hat der brasilianische Real 15 Prozent seines Wertes verloren. Nun will die Zentralbank massiv gegensteuern. Bis zum Jahresende will sie jeden Tag in den Währungsmarkt eingreifen.

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Brasilien kämpft gegen den weiteren Abstieg seiner Währung, denn seit Jahresbeginn hat der brasilianische Real 15 Prozent seines Dollarwertes verloren. Zudem will das Land Vertrauen schaffen, nachdem diese Woche die Zinsen für brasilianische Staatsanleihen auf ein Zwei-Jahres-Hoch gestiegen waren.

Die brasilianische Zentralbank will massiv eingreifen, um eine weitere Abwertung des Real zu verhindern, berichtet die FT. Das Programm im Wert von 60 Milliarden Dollar soll die Berechenbarkeit der Zentralbank-Maßnahmen erhöhen. Auf diese Weise will sie die Unruhe auf dem Währungsmarkt eindämmen.

Bis zum Ende des Jahres will die Zentralbank jeweils von Montag bis Donnerstag mit Devisentermingeschäften in Höhe von bis zu 500 Millionen Dollar pro Tag den Real stützen. Zudem wird sie jeden Freitag Kredite in Höhe von 1 Milliarde Dollar verkaufen. So soll der Wert des Real wieder gesteigert werden.

Im Jahr 2011 zahlte man für einen US-Dollar vorübergehend weniger als 1,55 Real. Heute muss man 2,40 Real für einen Dollar zahlen. Die damalige starke Bewertung des Real war auf das massive Gelddrucken der USA zurückzuführen. Brasilien stieg damals in den Währungskrieg ein und wertete die eigene Währung erfolgreich ab.

Zunächst hatte die brasilianische Regierung die Abwertung des Real noch begrüßt. Denn eine schwächere Währung erleichterte die brasilianischen Exporte und den Schuldendienst des Staates. Doch der extreme Abstieg der Währung droht nun in massive Preissteigerungen umzuschlagen. Im Juli lag die offizielle Inflationsrate bei 6,27 Prozent.

Wie andere Schwellenländer steht auch Brasilien derzeit vor dem Problem, dass immer mehr ausländische Investoren ihre Gelder abziehen. Damit gehen den Schwellenländern die Mittel aus, um der Abwertung ihrer Währungen entgegenwirken zu können (mehr hier).

Unter den Währungen der großen Schwellenländer hat dieses Jahr bisher nur der südafrikanische Rand schlechter abgeschnitten als der Real. Nachdem die Zentralbank ihre Pläne angekündigt hatte, stieg die brasilianische Währung am Freitag im Verhältnis zum Dollar um 2 Prozent.

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