Großbritannien: Widerstand gegen die EU wächst

Mehr als zwei Drittel aller über 50-Jährigen Briten wollen eine Abstimmung über den Verbleib von Großbritannien in der EU schon vor der nächsten Parlamentswahl abhalten. Auch die Labour Partei will nun für ein früheres Votum plädieren. Premierminister Cameron will erst 2017 die entscheidende Frage stellen.

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David Miliband von der Labour Partei in Großbritannien muss sich für ein EU-Referendum stark machen, wenn er vor der nächsten Wahl erfolgreich auf Stimmenfang gehen will. (Foto: Consilium)

David Miliband von der Labour Partei in Großbritannien muss sich für ein EU-Referendum stark machen, wenn er vor der nächsten Wahl erfolgreich auf Stimmenfang gehen will. (Foto: Consilium)

Die britischen Bürger wollen eine schnelle Entscheidung über den Verbleib von Großbritannien in der EU herbeiführen. Premierminister Cameron hatte zuvor angekündigt, erst 2017 ein Referendum darüber abhalten zu wollen. Einer Befragung zufolge geht das zwei Drittel der über 50-Jährigen nicht schnell genug. Sie fordern, dass das Referendum noch vor den nächsten Parlamentswahlen im Jahr 2015 abgehalten wird.

Insgesamt wollen fast drei Viertel aller Briten über die Zukunft des Landes innerhalb oder außerhalb der EU abstimmen. Von ihnen fordern 45 Prozent den Austritt aus der EU. Ein Drittel will, dass Großbritannien in der EU bleibt. Noch etwas mehr als jeder Fünfte ist unentschlossen (22%). Das sind die Ergebnisse der Saga Populus-Umfrage, bei der über 11.000 Briten befragt wurden.

Nigel Farage, Chef der eurokritischen UKIP-Partei, begrüßt dieses Ergebnis: „Die Message ist klar. Die Menschen wollen ihre Stimme abgeben. Und sie wollen nicht vier Jahre warten, sie wollen es jetzt“, sagte Farage einem Bericht des Mirror zufolge. Farage kämpft seit Monaten für eine Vorverlegung der Abstimmung (hier).

 Die Zustimmung für ein Referendum ist bei befristet und schlecht bezahlten Beschäftigten am größten.

Die Resultate der Umfrage setzt die Labour Party unter Druck. Dessen Anführer, Ed Miliband, ist derzeit gegen ein EU-Referendum, es sei denn die EU will Verträge ändern, um noch mehr Souveränität von den Staaten zu verlangen.

Milibands Weigerung könnte der Labour Party bei den nächsten Wahlen wichtige Stimmen kosten. Eine Änderung der politischen Strategie könnte wiederum den Druck auf Premier Cameron erhöhen. Zudem könnte ein früheres Referendum die Unsicherheit auf den Finanzmärkten beenden.

Infolge des Budget-Streits mit der EU hatte Cameron zu Beginn des Jahres angekündigt, die Briten über die Mitgliedschaft Großbritanniens abstimmen zu lassen (mehr hier). Großbritannien ist einer der größten Netto-Beitragszahler in der EU. Bei einem Austritt könnte das Land Milliarden sparen.

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