U-Boot-Deal mit Griechenland: Razzia bei deutschen Rüstungskonzernen

Gegen die deutschen Rüstungsunternehmen Rheinmetall-Defence-Electronics und Atlas Elektonik ermittelt die Staatsanwaltschaft. Schmiergeld-Zahlungen und Steuerhinterziehung bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland stehen im Zentrum der Ermittlungen.

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In der vergangenen Woche hat es bei deutschen Rüstungsfirmen in Bremen und Wedel Razzien gegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit U-Boot-Geschäften mit Griechenland.

Demnach hat die Staatsanwaltschaft Bremen die Ermittlungen gegen die Rüstungsunternehmen Rheinmetall-Defence-Electronics und Atlas Elektonik aufgenommen, so die SZ. Diese sollen bei U-Boot-Dealen mit Griechenland griechische Regierungsmitglieder bestochen haben – von Schmiergeldern in Höhe von jeweils etwa neun Millionen Euro ist die Rede. Steuerhinterziehung steht ebenfalls im Raum.

Atlas Elekronik ist eine Tochterfirma von EADS und Thyssen-Krupp. Beide Unternehmen bestätigten, die Hausdurchsuchungen bei Atlas Elekotronik in der vergangenen Woche. Bereits  2007 hatten EADS und Thyssen-Krupp nach der Übernahme von Atlas Elektronik angeblich Zahlungen an eine britische Briefkastenfirma eines griechischen Unternehmens entdeckt und eingestellt. 2010 wurde die Staatsanwaltschaft informiert – ein Anfangsverdacht konnte jedoch nicht gefunden werden.

Rheinmetall-Defense-Electronics sagte, die Anschuldigungen würden jeder Grundlage entbehren. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat jedoch eine steuerliche Betriebsprüfung bei Rheinmetall-Defence-Electronics 2012 auch weitere Hinweise im Fall Atlas Elektronik gebracht.

Griechenland ist noch immer ein sehr wichtiger Handelspartner für Deutschland. Schließlich hat Griechenland die teuerste Armee Europas (hier) – und deutsche Waffen und U-Boote sind beliebt. Auch 2011 gab es beispielsweise Kriegswaffenausfuhren im Wert von über 7 Millionen Euro, wie der entsprechende Bericht der Bundesregierung zeigt.

Die Ermittlungen gegen Atlas Elekronik und Rheinmetall-Defence-Electronics sind keine Einzelfälle. 2011 verurteilte das Münchner Landgericht zwei frühere Manager der Handelsgesellschaft Ferrostaal wegen Bestechung griechischer Amtsträger zu Bewährungsstrafen.

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