Zinsfalle: Warnung vor Bausparverträgen

Die Bausparkassen verzeichneten im ersten Halbjahr 25 Prozent mehr Bausparer als ein Jahr zuvor. Doch die Verbraucherschützer warnen. Denn die Kunden bekommen in der Anspar-Phase eines Bausparvertrags derzeit nur miserable Zinsen.

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Aufgrund der historisch niedrigen Zinsen boomt der Wohnungsbau in Deutschland. Doch Verbraucherschützer raten davon ab, neue Bausparverträge abzuschließen.

„Alle, die heute solchen günstigen Darlehenszinsen hinterher jagen, müssen sich das über miserable Guthabenzinsen teuer erkaufen“, sagte Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen dem Spiegel. Denn zwar nehmen die Bausparkassen derzeit Zinsen von nur 1,5 Prozent. Doch in der Anspar-Phase sind die Konditionen entsprechend schlechter.

Der Branchenverband der Privaten Bausparkassen verbuchte für das erste Halbjahr 2013 ein Plus von mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein der Marktführer Schwäbisch Hall konnte 470.000 neue Bausparer hinzugewinnen.

Die Bausparkassen zielen mit ihrer Werbung vor allem auf die Generation unter 25 Jahren ab. „Die meisten, die einen Bausparvertrag unterschreiben, verstehen gar nicht, was sie da kaufen“, sagte Christian Schmid-Burgk von der Hamburger Verbraucherzentrale.

Bei Bausparverträgen gibt es zwei Phasen. In der Anspar-Phase zahlt der Kunde zunächst über eine längere Zeit eine bestimmte Summe ein. Später wird das eingezahlte Geld als Kapital für den Immobilienkauf entnommen, für den die Bausparkasse dann einen Kredit gewährt. Sowohl die Guthabenzinsen in der ersten Phase als auch die zu zahlenden Kreditzinsen sind vergleichsweise gering.

Die Verbraucherschützer raten statt zu Bausparverträgen zu den sogenannten Annuitätendarlehen. Dabei vereinbaren Kunde und Bank über einen längeren Zeitraum einen festen Zinssatz. Für eine sichere Geldanlage empfehlen sie zudem einen Banksparplan, bei dem die Sparer monatlich einen festen Betrag aufs Sparkonto einzahlen.

Allerdings gibt es auch Argumente gegen einen Banksparplan. Einerseits verlieren die Guthaben der Deutschen aufgrund des Gelddruckens durch die EZB jedes Jahr deutlich an Wert (mehr hier). Andererseits droht eine Zwangsabgabe für Sparer nach zypriotischem Vorbild, auch Bail-in genannt. Deren Einführung wurde kürzlich auch von der Deutschen Bundesbank gefordert (hier).


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