Jeder Deutsche muss 100 Euro jährlich für Windparks im Meer zahlen

Für neue Windparks, die noch gar keinen Strom liefern, muss der Steuerzahler monatlich 6,7 Millionen Euro zahlen. Die Betreiber streichen das Geld ein. Die Verbraucher haben keine Alternative als zu zahlen. Für die Bürger ist Offshore-Strom noch teurer als Strom aus Sonnenenergie.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Stromkosten in Deutschland im Vergleich zu den USA und Frankreich. (Grafik: NAEB/Eurostat,Statista)

Stromkosten in Deutschland im Vergleich zu den USA und Frankreich. (Grafik: NAEB/Eurostat,Statista)

Etwa 100 Euro muss jederBürger pro Jahr für Offshore-Strom aufbringen. Eine Gegenleistung erhalten sie dafür zunächst nicht, denn die installierten Windparks sind zwar funktionsfähig, aber die Verbindung zum Festland ist noch nicht hergestellt. So zum Beispiel beim kürzlich eingeweihten Windpark Riffgat bei Borkum.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass die Betreiber von Windparks bereits bezahlt werden, sobald der Windpark bereit steht. So zahlen die Verbraucher bereits 6,7 Millionen Euro pro Monat für Strom, der gar nicht geliefert werden kann, teilt die Stromverbraucherschutz-Bewegung NAEB e.V in einer Pressemitteilung mit. Von diesem Betrag können die Betreiber die 20.000 Liter Öl bezahlen, die jeden Monat als Korrosionsschutz für die Windräder benötigt werden.

Die Windgeneratoren auf See sind inzwischen die teuersten Ökostrom-Anlagen – noch teurer als Strom aus Sonnenlicht.

„Riffgat hat 500 Millionen Euro gekostet. Die installierte Leistung beträgt 100 Megawatt (MW). Diese Leistung wird nur bei Starkwind erreicht. Wird die Windgeschwindigkeit halbiert, fällt die Leistung auf ein Achtel. Bei Windstille ist die Leistung Null. Die installierte Leistung wird also nur selten erreicht. Man hofft im Jahresmittel auf eine Leistung bis zu 45 % der installierten Leistung. Wenn das erreicht wird, produziert Riffgat im Jahr knapp 400.000 Megawattstunden (MWH) oder 400 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom.“

Offshore Strom wird nach dem EEG mit 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) 15 Jahre lang vergütet. Für Windparks mit größerem Abstand von der Küste oder in tieferen Gewässern erhalten die Betreiber noch einen Vergütungszuschlag. Der Transport der Energie durch das Meer ans Land zum nächsten Umspannwerk koste weitere 5 Cent/kWh, die nicht unter die Einspeisevergütung nach dem EEG fielen, sondern als Netzkosten vom Stromverbraucher gezahlt werden müssten, so der NAEB. „Offshore Strom kostet also einschließlich des Transports an Land 20 bis 24 Cent/kWh. Mit Mehrwertsteuer sind es dann 24 bis 29 Cent/kWh.“

Der Windpark Riffgat belastet den Stromkunden mit 80 Millionen Euro pro Jahr. Das ist 1 Euro pro Einwohner. Doch das ist nur der Anfang:

„Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die Offshore Kapazitäten auf 10.000 MW ausgebaut werden. Das ist 100- Mal mehr als Riffgat. Und jeder Einwohner in Deutschland wird dann mit hundert Euro Mehrkosten pro Jahr für Offshore Strom belastet. Davon erscheint etwa ein Drittel auf seiner Stromrechnung. Den Rest bezahlt er über höhere Preise für Waren und Dienstleistungen.“

Dadurch werde Offshore-Strom zum „größten Preistreiber in Deutschland“, sagte Heinrich Duepmann, Vorsitzender bei NAEB. Alle im Bundestag vertretenen Parteien unterstützen diese Preisentwicklung der Energiewende. Den Verbrauchern bleibt keine Alternative, als zu zahlen.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick