Syrien: Russland verlagert weitere Kriegsschiffe ins Mittelmeer

Russland sendet ein Raketenboot, einen Zerstörer und eine Fregatte in Richtung Syrien. Die Reise soll 10 Tage dauern und hat wohl eher Symbolcharakter: Präsident Putin hat erklärt, dass er einem Militärschlag zustimmen wird, wenn ihn die Beweise der Amerikaner überzeugen.

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Die Moskwa soll das neue Flaggschiff der russischen Marine im östlichen Mittelmeer werden.

Die Moskwa soll das neue Flaggschiff der russischen Marine im östlichen Mittelmeer werden.

Russland entsendet ein weiteres Kriegsschiff ins östliche Mittelmeer. Es soll dort die Operationen der Marine leiten, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Militärquellen. Die USA bereiten sich auf einen möglichen Militärschlag gegen Syrien vor.

Der russische Raketenkreuzer Moskwa ist nach Angaben Russland notwendig, um die nationalen Interessen in der Region zu verteidigen. „Der Kreuzer Moskwa ist in Richtung Gibraltar unterwegs. In circa zehn Tagen wird er das östliche Mittelmeer erreichen, wo es das Flaggschiff der Seestreitkräfte sein wird“, zitiert Reuters eine anonyme Quelle aus dem Militär.

Die Moskwa erhält Unterstützung von zwei weiteren Schiffen, einem Zerstörer der baltischen Flotte und einer Fregatte der Schwarzmeer-Flotte. In der vergangenen Woche sagte der russische Außenminister Lawrow, sein Land wolle nicht in einen militärischen Konflikt um Syrien verwickelt werden. Es hatte die Verlegung von Kriegsschiffen in die Region als Routine-Einsätze beschrieben.

Russland ist Syriens mächtigster Verbündeter und besteht auf eine politische Lösung des Konflikts. Dennoch sagte Präsident Wladimir Putin am Mittwoch, er schließe seine Zustimmung zu einem Militärschlag gegen Syrien nicht aus, wenn es klare Beweise für einen Giftgas-Einsatz durch Syrien gebe. Ein Angriff auf Syrien ohne die Unterstützung der UN sei jedoch illegal, so Putin.

US-Präsident Barack Obama hat die Unterstützung der führenden Politiker des US-Kongress für einen begrenzten Syrien-Einsatz gewonnen (hier). Die Mehrheit der Amerikaner ist allerdings gegen einen Militärschlag, da sie die Beweise nicht überzeugen (mehr hier).

Die Mehrheit der Mächtigen weltweit dürfte jedoch in dieser Woche am G 20-Gipfel in St. Petersburg die Gelegenheit erhalten, die Beweise näher zu besichtigen. Das kündigte US-Außenminister John Kerry gestern bei einem Hearing im Senat an. Kerry sagte, Obama werde mit Putin sprechen. Putin hatte schon zu Beginn der Woche gesagt, er hoffe, dass das Syrien-Thema auf dem Gipfel zur Sprache kommen werde.

Auch Angela Merkel möchte auf dem Gipfel mit allen über Syrien sprechen.

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