Umfrage: AfD bei 4 Prozent, Piraten ganz schwach

In einer neuen Umfrage holt die eurokritische Alternative für Deutschland auf und kratzt erstmals an der 5 Prozent-Hürde. Erschreckend schwach: Die Piraten, die nicht im Mindesten von den Abhörskandalen profitieren.

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Die eurokritische Alternative für Deutschland kratzt erstmals an der 5 Prozent Hürde und kommt auf 4 Prozent. (Grafik: DWN)

Die eurokritische Alternative für Deutschland kratzt erstmals an der 5 Prozent Hürde und kommt auf 4 Prozent. (Grafik: DWN)

Die am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Umfrage des Stern sieht weiter eine schwarz-gelbe Koalition als Favorit für die Regierungsbildung: Die Union hat nur in geringem Ausmaß im Vergleich zur Vorwoche verloren, die SPD konnte ein wenig zulegen. Keine Veränderungen gab es bei der FDP, die nach aktuellem Stand knapp den Einzug in den Bundestag schaffen würde.

Die Grünen verharren weiter bei 11 Prozent – eine große Enttäuschung, wenn man bedenkt, dass sich mit Fukushima gerade eine der größten Umweltkatastrophen der Geschichte anbahnt (hier). Natürlich hat Merkel mit dem Atomausstieg den Grünen dieses Thema für Deutschland aus der Hand geschlagen. Aber die Grünen hätten dieses Thema etwa auf europäischer Ebene hochziehen können – wenn es sie mehr interessieren würde als die Posten, die nach der Wahl vielleicht zu vergeben sind.

Die eurokritische Alternative für Deutschland kratzt erstmals an der 5 Prozent Hürde und kommt auf 4 Prozent. Das ist bemerkenswert und könnte auch darin begründet sein, dass viele Unentschlossene nach dem inhaltleeren TV-Duell auf der Suche nach Protest-Alternativen sind. Hinzu kommt, dass bei einer neuen Partei die Umfrage-Werte immer schwächer sind als bei etablierten Parteien. Die Rohdaten sollen sogar noch bessere Wert für die AfD ergeben, deutete kürzlich ein Meinungsforscher an (hier).

Eine echte Enttäuschung sind die Piraten: Als Hoffnung einer ganzen Technologie-Generation angetreten, versinkt die Partei in der Bedeutungslosigkeit – und macht auch keine Anstalten, sich aus dem 3 Prozent-Bereich zu bewegen. Dies ist der kompletten Konzeptionslosigkeit der Truppe geschuldet und ein echtes Phänomen: Noch nie haben sich die Medien so massiv mit den Kern-Themen der Piraten – Freiheit des Internet, Datenschutz und Überwachung – beschäftigt wie in diesen Monaten. Doch der NSA-Skandal geht an den Piraten spurlos vorbei.

Der größte Unterschied zwischen den beiden neuen Parteien – AfD und Piraten – scheint darin zu liegen, dass die AfD-Leute sich offenbar bis zum Umfallen die Füße wund laufen, weil sie für eine Sache kämpfen und glauben, dass politische Veränderungen möglich sind. Die Piraten dagegen, so hat man den Eindruck, können mit dem ganzen politischen System nichts anfangen – und haben daher kein gesteigertes Interesse auf einen harten, mit persönlichem Engagement verbundenen Wahlkampf. Die Piraten vermitteln den Eindruck, dass sie an die Veränderung durch Politik nicht glauben – weil das ganze System „von gestern“ ist.

Das ist sehr sympathisch.

Politisch jedoch völlig überflüssig.

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