Deutsche Bank sieht große Gefahren für Weltwirtschaft

Eine Eskalation der Syrien-Krise könnte den Ölpreis weiter in die Höhe treiben. Dies bedrohe die Weltwirtschaft ebenso wie ein massiver Anstieg der Zinsen, marode Staatshaushalte und ein Scheitern von Schwarz-Gelb bei der Bundestagswahl.

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Die Deutsche Bank sieht derzeit sieben Gefahren für die Weltwirtschaft, darunter die Bundestagswahl am 22. September. (Grafik: Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank sieht derzeit sieben Gefahren für die Weltwirtschaft, darunter die Bundestagswahl am 22. September. (Grafik: Deutsche Bank)

Die Deutsche Bank sieht derzeit sieben Gefahren für die Weltwirtschaft, sowohl in Europa, als auch in den USA und den Schwellenländern.

„Die Schwellenländer könnten verletzlicher werden“, so die Deutsche Bank in einer aktuellen Studie. Wenn die Fed das Gelddrucken tatsächlich verlangsame, könnte der Kapitalabfluss aus den Schwellenländern sich weiter verstärken. Seit dem 1. Mai sind die Währungen der Schwellenländer um 5,3 Prozent gefallen. In der Türkei, Südafrika, Brasilien und Indien lag die Abwertung sogar im zweistelligen Bereich.

Noch sei der Kapitalabfluss aus den Schwellenländern nur eine Abkühlung, kein Zusammenbruch, so die Deutsche Bank. Die Investoren fliehen sowohl aus Anleihen als auch aus Aktien dieser Länder. Stattdessen investieren sie wieder stärker in den entwickelten Ländern.

Ein zweites Problem für die Weltwirtschaft bestehe darin, dass die Zentralbanken die Zinsen nicht für längere Zeit niedrig halten können, so die Deutsche Bank. Steigende Zinsen könnten eine Erholung wegen der hohen Zinskosten für Unternehmen gefährden.

Ein drittes Problem, das die Deutsche Bank ausmacht, sind die Risiken für die US-Konsumenten. Ihnen drohen höhere Benzinpreise und steigende Hypothekenzinsen. Die Hypothekenzinsen sind in den USA zuletzt stark um einen ganzen Prozentpunkt gestiegen. Eine Erholung des Immobilienmarktes könnte dadurch verhindert werden.

Der Ölpreis ist in den vergangenen drei Monaten auch wegen des drohenden Syrien-Kriegs um 15 Prozent gestiegen. Dieser Anstieg ist im Benzinpreis noch nicht ganz eingepreist. Schon ein geringer Anstieg des Benzinpreises um 1 Prozent verringert den jährlichen Konsum der US-Haushalte um 1 Milliarde Dollar.

Das vierte Problem für die Weltwirtschaft ist die ungeklärte Lage der US-Staatsfinanzen. Die Schuldengrenze wird Mitte Oktober erneut erreicht werden. Republikanische Abgeordnete haben bereits gedroht, eine Erhöhung der Schuldengrenze zu blockieren, wenn keine Ausgabenkürzungen kommen. Die Demokraten und Regierung von Präsident Barack Obama sagen jedoch, Kürzungen seien unnötig und würden bereits gegebene Versprechen brechen.

Problem fünf ist die ungeklärt Nachfolge von Fed-Chef Ben Bernanke im Januar 2014. In den vergangenen 34 Jahren hat es nur drei Fed-Chefs gegeben, die massiven Einfluss auf die Entwicklung der Weltwirtschaft gehabt haben.

Gute Chancen haben der Obama-Berater Larry Summers und Fed-Vizechefin Janet Yellen. Zwar sind beide Keynesianer und glauben, dass die Regierung alles tun sollte, um die Nachfrage zu stimulieren. Doch sie unterscheiden sich auch in einigen wichtigen Punkten. So soll Yellen etwa der Inflation weniger Beachtung schenken.

„Die Bundestagswahl in Deutschland am 22. September wird möglicherweise keine klare Koalitionsregierung bringen“, so die Deutsche Bank. CDU und FDP könnten nicht ausreichend Stimmen für eine absolute Mehrheit bekommen. Dann müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel mit der SPD koalieren. „Egal wie die Wahl ausgeht: Deutschlands Europa-Politik und Krisenbewältigung wird sich wahrscheinlich nicht ändern.“

Das siebte Problem für die Weltwirtschaft ist nach Ansicht der Deutschen Bank die anhaltende Krise im mittleren Osten. Wenn sie eskaliere, habe die Einfluss auf den Ölpreis. Die Region könnte destabilisiert werden. Aufgrund der Spannungen seien den Märkten schon jetzt 2,7 Millionen Barrel pro Tag entzogen worden. Wenn der Ölpreis steigt, werden auch viele andere Waren teurer und die wirtschaftliche Entwicklung gehemmt.


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