Nach dem Strohfeuer: Industrie-Produktion in Deutschland rückläufig

Die Aufträge der Industrie aus dem Ausland sind im Juli stark eingebrochen. Nachdem Airbus-Bestellungen aus Frankreich die Nachfrage künstlich in die Höhe getrieben haben, ist der Rückschlag stärker ausgefallen als erwartet. Von einer Trendumkehr ist weit und breit nichts zu sehen.

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Auftragseingang in der Industrie nach Hauptgruppen - Gesamteingang und Vorleistungsgüter. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Auftragseingang in der Industrie nach Hauptgruppen – Gesamteingang und Vorleistungsgüter. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Im Juli gingen die Aufträge der Industrie saisonal und inflationsbereinigt um 2,7 Prozent zurück. Im Vormonat waren sie um fünf Prozent gestiegen, da Milliarden-Bestellungen aus der französischen Luftfahrt-Industrie die Auftragsbücher deutscher Fabriken füllten. Für den Bau neuer Flugzeuge gab Paris insgesamt 52 Milliarden Euro aus, das meiste davon kam von dem Flugzeugbauer Airbus.

Der Auftragseinbruch im Juli war jedoch fast dreimal stärker als erwartet.  Experten hatten einen Auftragsrückgang von einem Prozent erwartet, berichtet Bloomberg und beruft sich dabei auf eigene Umfrageergebnisse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Aufträge um zwei Prozent gestiegen, wenn man die Zahl der Arbeitstage anpasst.

Ein Rückschlag war zu erwarten, nachdem die Aufträge aus dem Vormonat von den Massenbestellungen in die Höhe getrieben wurden“, sagte gerd Hassel, Ökonom bei der BHF Bank AG in Frankfurt. „Aber ich würde daraus keine Geschichte machen. Die Erholung ist intakt und wird sicher weitergehen.“ Die Aufträge aus dem Ausland gingen um 4,5 Prozent zurück.

Auftragseingang in der Industrie nach Hauptgruppen - Investitionen und Konsumgüter. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Auftragseingang in der Industrie nach Hauptgruppen – Investitionen und Konsumgüter. (Grafik: Deutsche Bundesbank)

Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,7 Prozent gestiegen, nachdem sie sechs Quartal infolge geschrumpft war. Der Euro stieg in den letzten zwei Monaten um drei Prozent. Die Zinsen von zehnjährigen Staatsanleihen stiegen um sieben Basispunkte auf über zwei Prozent, das entspricht dem höchsten Stand seit über einem Jahr (März 2012).

Die Konsumgüter-Nachfrage ging nur leicht zurück (1%). Die Bestellungen für Investitionsgüter gingen um 5,1 Prozent zurück, maßgeblich verantwortlich dafür ist die sinkende Nachfrage aus dem gemeinsamen Währungsraum (-11,7%).

Das deutsche Wirtschaftsministerium sagte in einer Stellungnahme, das „Ausmaß der Bestellungen steigt in einem ohnehin starken zweiten Quartal weiterhin an“. Der Aufwärtstrend der Bestellungen sei ungebrochen.

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