Aufsicht: Banken müssen Not-Pläne gegen Cyber-Angriffe vorlegen

Die amerikanische Börsen-Aufsicht warnt vor Cyber-Attacken gegen das Finanz-System und hat die Banken aufgefordert, Notfall-Pläne gegen solche Angriffe zu erstellen. Unklar ist, ob der Aufruf im Zusammenhang mit dem amerikanischen Krieg gegen den Terror steht.

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Die US-Banken müssen Notfallpläne für eine mögliche Cyber-Attacke auf die New Yorker Börse entwerfen und umsetzen. (Foto: Flickr/Grant Wickes)

Die US-Banken müssen Notfallpläne für eine mögliche Cyber-Attacke auf die New Yorker Börse entwerfen und umsetzen. (Foto: Flickr/Grant Wickes)

Die Zahl der Cyber-Angriffe hat in den letzten Monaten zugenommen. Die US-Behörden sind alarmiert und zwingen die Banken zu verstärkten Bemühungen bei der Datensicherheit.

Cyber-Sicherheit werde ein zentraler Bereich im kommenden Prüfungszeitraum sein, zitiert die FT einen Prüfer der US-Börsenaufsicht SEC. Die sich selbst regulierende Bankenaufsicht Finra kündigte an, dass die Pläne zur Cyber-Sicherheit und die IT-Systeme der Banken verstärkt überprüft würden. Es habe eine „starke Zunahme“ von Kundenbeschwerden über die mangelnde Sicherheit ihrer Daten gegeben.

Die Finanzberater und Händler müssen nun langfristige Pläne zur Cyber-Sicherheit entwerfen und umsetzen. Darin müssen etwa die IT-Sicherheit und interne Unternehmensstrukturen angepasst werden. Die Banken müssen Notfallpläne für Cyber-Attacken auf das Unternehmen selbst oder auf Geschäftspartner erstellen. Auch die Börsen müssen nachweisen, wie sie sich schützen wollen.

Die Börsenaufsicht hat schon in der Vergangenheit darauf gedrängt, dass Banken über Notfallpläne für unvorhergesehene Ereignisse verfügen. Hintergrund waren nicht nur die Anschläge vom 11. September oder der Hurrikan Sandy, die dazu führten, dass die Börse geschlossen wurde. Auch die zunehmende Cyber-Kriminalität steht im Fokus der Aufseher.

Cyber-Kriminalität verursacht Kosten von 100 Milliarden Dollar pro Jahr. Banken gehören zu den am meisten betroffenen Unternehmen. Die Aufseher wollen sich im Kampf gegen Cyber-Kriminalität nicht auf die Kompetenz der von ihnen beaufsichtigten Unternehmen verlassen. Sie wollen die Banken zwingen, bestimmte Sicherheitsstandards einzuhalten.

Bereits im vergangenen Jahr wurden weltweit 53 Prozent der Börsen von Cyber-Angriffen getroffen, so die Internationale Organisation der Börsenaufsichten. Seitdem wird an fast allen Börsen ein deutlicher Anstieg der Cyber-Kriminalität festgestellt. Finanzinstitute sind ein attraktives Angriffsziel für Hacker, weil sie den elektronischen Zugriff auf Vermögen und auf Märkte ermöglichen.

Die Zahl der Cyber-Angriffe nimmt immer mehr zu. Der Totalausfall der US-Technologiebörse Nasdaq vor einigen Wochen soll von einer islamistischen Hacker-Gruppe verursacht worden sein (mehr hier). Kürzlich sollen Hacker aus Syrien die Webseite der US-Marine lahmgelegt haben (hier).

Auch die US-Geheimdienste sind massiv in Cyber-Angriffe verstrickt. Seit 2011 haben sie bereits 231 Cyber-Angriffe auf Computer in anderen Ländern gestartet. Derzeit sind etwa 85.000 Computer weltweit mit US-Spionage-Viren infiltriert. Die NSA möchte in den kommenden Jahren Millionen von Viren in alle Welt versenden (mehr hier).


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