Terror-Verdacht: US-Regierung beschlagnahmt Wolkenkratzer in New York

Die US-Behörden haben ein Hochhaus in New York beschlagnahmt. Es ist im Besitz einer Stiftung aus dem Iran. Sie soll Terror-Aktivitäten finanziert haben, weil sie die Mieteinnahmen heimlich nach Teheran überwiesen hat. Unter den Mietern befindet sich unter anderem die Citigroup. Spenden der Stiftung gingen an Universitäten, mehrere davon an Harvard.

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Diesen Wolkenkratzer in der Fifth Avenue haben die US-Behörden konfisziert: Er soll zur Terror-Finanzierung des Iran gedient haben. (Foto: Wikimedia/Americasroof)

Diesen Wolkenkratzer in der Fifth Avenue haben die US-Behörden konfisziert: Er soll zur Terror-Finanzierung des Iran gedient haben. (Foto: Wikimedia/Americasroof)

In einer spektakulären Aktion haben die US-Behörden einen Wolkenkratzer mitten in Manhattan konfisziert. Das Gebäude gehört zu 60 Prozent der Alavi-Stiftung und zu 40 Prozent dem Unternehmen Assa Co. Limited.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Alavi und Assa im Auftrag der iranischen Melli-Bank arbeiten. Sie beschuldigen die beiden Organisationen der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung. Assets von Assa waren bereits im Jahr 2008 von den Behörden beschlagnahmt worden, die das Unternehmen bei der Citi-Bank und JP Morgan Chase deponiert hatten.

CNN berichtet, dass es sich um die bisher größte Beschlagnahme von „Vermögen in Verbindung mit terroristischen Aktivitäten“ handelt.

Alavi und Assa sollen Mieteinnahmen nach Teheran transferiert haben, obwohl dies wegen des Boykotts des Iran durch die USA verboten ist.

Interessant sind die Mieter, die in dem Gebäude mit der glamourösen Adresse 650 Fifth Avenue residierten. Weil die Mieten an den Iran gingen, haben sich indirekt an der Finanzierung des Iran beteiligt:

Citigroup, Joseph Abboud, Kurt Salmon Associates, Pali Capital, and the Liz Claiborne Art Ortenberg Foundation, Integrated Media Solutions; Mistral Equity Partners; TGM Associates; Delta National Bank; L.E.K. Consulting; the Doris Duke Foundation; Tower Capital Asset Management; Paradigm Global Advisors; Hana Bank; Starwood Hotels; Toppan Printing; Ore Hill Capital; MBIA; Sterling National Bank; De Brauw Blackstone Westbroek; Broadmark Capital.“

Ebenfalls interessant sind die Namen jener Organisationen, die finanzielle Zuwendungen von der Alavi Stifttung erhalten haben. Neben Sprachschulen für Faris und muslimischen Organisationen gingen Zuwendungen an die Universität Harvard, das amerikanische Rote Kreuz, Child Foundation, Hartford Seminary, Universität McGill, San Diego State University, das Amerikanische Naturkunde-Museum, das Hunter College und das West Coast Book Programm.

Der frühere Präsident der Stiftung hatte sich im Jahr 2009 der Behinderung der US-Justiz schuldig bekannt. Er hatte Dokumente vernichtet, die nach Ansicht der US-Justiz belegen konnten, dass Zahlungen an die Melli-Bank in Teheran geleistet wurden.

Der Finanzblog Zerohedge hatte vor einer Woche aufgedeckt, dass die Gesetze in den USA die Geldwäsche steuerlich begünstigen: Die Nationale Vereinigung der Immobilien-Makler (NAR) hatte erreicht, dass sie ausdrücklich von der Geldwäsche-Meldepflicht ausgenommen wurde. Zahlreiche Gebäude vor allem in New York sind in den vergangenen Jahren von reichen Russen und Arabern gekauft worden – offenbar mit Geld, für das die Käufer in ihren Heimatländern keine Steuern bezahlt haben, oder das über illegale Geschäfte erwirtschaftet worden waren.

Die Begünstigung der NAR hat dazu geführt, dass die Immobilien-Preise in den USA vor allem für Luxus-Immobilien in den vergangenen Jahren trotz der Finanzkrise explodiert waren.

Mit der Beschlagnahme des Wolkenkratzers in New York will die US-Regierung zeigen, dass sie den Kampf gegen den Terror auch auf eigenem Territorium ernst nimmt.

Ein Kommentator auf Zerohedge merkt spöttisch an: Die Erlöse aus dem Verkauf des Gebäudes könnten nun dazu verwendet werden, Waffen für die Rebellen in Syrien zu kaufen.

Staatsanwalt Preet Bharara, die die Beschlagnahme anordnete, sagte allerdings, die Erlöse aus der Verwertung des Gebäudes sollten Opfern des vom Iran finanzierten Terrorismus als Entschädigung zugute kommen.

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