Hessen: Bouffier will große Koalition

In Hessen liegt das vorläufige Ergebnis vor. CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier und seine CDU sind die stärkste Partei und die FDP schaffte knapp den Einzug ins Parlament. Die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) schafft es nicht. Doch weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün haben eine eigene Mehrheit. Bouffier spricht sich deshalb für eine große Koalition aus.

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Das vorläufige Ergebnis sieht wie folgt aus:

CDU: 38,3 (+1,1%)
SPD: 30,7 (+7,0%)
FDP: 5,0 (-11,2%)
Grüne: 11,1 (-2,6%)
Linke: 5,2 (-0,2%)
AfD: 4,0

Ganz knapp, mit 5,0 Prozent, schaffte die FDP noch den Einzug ins Parlament. Allerdings haben weder schwarz-gelb noch rot-grün eine eigene Mehrheit. SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel wäre auf die Linke angewiesen.

Nach der Landtagswahl 2008 waren ähnlich unklare Verhältnisse aufgetreten. Damals scheiterte Andrea Ypsilanti (SPD) bei dem Versuch, eine rot-grüne Regierung mit der Tolerierung der Linken zu bilden. „Hessiche Verhältnisse“ war die damalige Bezeichnung für die Ereignisse von 2008. Die CDU-geführte Regierung um Ministerpräsident Roland Koch blieb geschäftsführend im Amt. 2009 kam es dann zu Neuwahlen.

Um diese Wiederholung der „Hessichen Verhältnisse“ zu verhindern, hat sich Volker Bouffier am Montag für eine große Koalition unter der Führung der CDU ausgesprochen.

4,4 Millionen Menschen waren in Hessen zur Wahl aufgerufen. Bereits in den vergangenen Monaten war das Rennen um die 110 Sitze im Parlament zwischen schwarz-gelb und rot-grün in den Umfragen sehr eng gewesen. Die Wahlbeteiligung war mit 74 Prozent deutlich höher als bei der letzten Landtagswahl.

„Wir haben eine tolle Aufholjagd hingelegt“, sagte Volker Bouffier nach der ersten Hochrechnung. „Die Ergebnisse sind noch nicht ganz klar. Aber klar ist: Wir sind mit Abstand die stärkste Kraft des Landes und wir wollen auch in Zukunft dieses Land führen.“ Die CDU hoffe weiterhin, dass die FDP noch den Einzug ins Parlament schaffe. Hessen brauche eine starke Regierung und klare Verhältnisse, so Bouffier. „Hessische Verhältnisse könne man in Hessen nicht gebrauchen.“

SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel äußerte sich ebenfalls positiv: „Es ist ein richtig geiler Abend, weil wir wieder da sind.“ Insgesamt sei die Wahl in Hessen dann doch knapper ausgegangen, als man es erwartet hatte, so Schäfer-Gümbel.

„Wir haben aus Grüner Sicht ein gutes und ein schlechtes Ergebnis erzielt“, sagte der Grünen-Chef Tarek Al-Wazir. „Das gute: Schwarz-Gelb ist abgewählt. Und schlechte Ergebnis: Wir haben keine eigene Mehrheit mit der SPD.“

 

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