Schwarz-Grün gescheitert: Seehofer lehnt Grüne ab

Die Große Koalition dürfte schneller kommen als gedacht: Bayern will mit den Grünen gar nicht erst verhandeln. Die Grünen hätten auch gar keine Zeit dazu: Sie zerfleischen sich wegen der für sie vorgesehenen Staatsposten. Schließlich wollen auch Verlierer versorgt sein. Unterdessen meldet auch Jürgen Trittin seinen Rücktritt.

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CSU-Chef Horst Seehofer lehnt eine Schwarz-Grüne Koalition ab. Seehofer sagte: „Ich werde solche Gespräche jedenfalls nicht führen, damit hat sich das.“ Die Grünen seien geprägt von einem „Geist der Bevormundung“, sagte Seehofer dem Spiegel. Auch „die Vergangenheit von Jürgen Trittin und Volker Beck“ mache eine Zusammenarbeit unmöglich. Beide waren Pädophilie-Sympathien in die Kritik geraten. Beck hat nach der Wahl angekündigt, sich aus der Politik zurückzuziehen.

Andere Grüne kämpfen dagegen noch um ihre Altersversorgung auf Kosten des Steuerzahlers: Zwischen Claudia Roth und Renate Künast ist um den lukrativen und angenehmen Posten des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags ein regelrechter Zicken-Krieg entbrannt.

Auch die Wahlverlierer Kathrin Göring-Eckart und Jürgen Trittin müssen versorgt werden, berichtet die Welt. Die Zeitung spricht von regelrechter „Panik“ bei einigen grünen Spitzenleuten. Viele von ihnen sind in den späten 50ern und niemals in ihrem Leben einer geregelten Arbeit außerhalb der Staatsfinanzierung nachgegangen. Sie wären also nicht in der Lage, in der freien Wirtschaft über die Runden zu kommen.

Jürgen Trittin hat ebenfalls die Schnauze voll. Er verkündete seinen Rücktritt als Fraktions-Chef. Er will seine Karriere als einfacher Bundestagsabgeordneter ausklingen lassen. Wir müssen Trittin an dieser Stelle einmal ausdrücklich loben: Er ist einer der ganz wenigen Politiker in Berlin, die sich wirklich für Theater-Aufführungen interessiert und ohne großes Trara immer wieder in Vorstellungen gesehen wird. Das finden wir angesichts des erschreckend weit verbreitenden Banausentums bei vielen Abgeordneten als sehr erfreulich!

Nicht alle Politiker verstehen freilich etwas von Kultur. Sie hängen an der Droge Öffentlichkeit und sind heilfroh, dass sie ihr Glück und Heil auf EU-Ebene suchen können.

Joschka Fischers PR-Firma hat die „Ausschreibung“ der Grünen für die Kampagne beim EU-Wahlkampf der Europäischen Grünen gewonnen.

Fischer ist unter anderem einer der Vordenker der Spinelli-Gruppe in Brüssel. Dieser Think Tank will Politiker und andere vernetzen, die „das Europäische Interesse über das nationale“ stellen (mehr dazu hier).

Bei der Beschaffung von Versorgungsposten sind alle Parteien glühende EU-Anhänger: Die EU bietet gescheiterten Politikern glänzende und gut dotierte Möglichkeiten, ihre Karriere auf Steuerzahlerkosten ausklingen zu lassen.

Aber es geht, das muss zur Ehrenrettung der Partei-Politiker gesagt werden, nicht nur ums Geld: Es geht auch darum, dass manch ein altgedienter auch sinnstiftenden Tätigkeiten nachgehen kann – ohne Bezahlung. So ist Seehofers Vorgänger Edmund Stoiber seit 2007 ehrenamtlicher Leiter einer EU-Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau. Er hat in den vergangenen Jahren einige spektakuläre Erfolge erzielt: Im Mai 2012 soll er, wie Lobbycontrol meldet,  versucht haben, eine EU-Richtlinie nach den Interessen eines bayrischen Schupftabak-Herstellers zu beeinflussen.

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