Dekadenz auf Staatskosten: Gauck beschwert sich über zu viel Arbeit

Bundespräsident Gauck klagt darüber, dass seine „Arbeit“ zu anstrengend ist. Er will künftig das „Tempo“ drosseln. Was ist das für ein Staat, in dem sich der Präsident als Arbeits-Verweigerer outen kann – und einfach weitermacht? Was denken da all die Selbständigen, Alleinerzieher, Doppel-Job-Malocher und Bauarbeiter? Dekadenz pur – jenseits der römischen Verhältnisse.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Bundespräsident Joachim Gauck soll, einer neuen Biografie zufolge, amtsmüde sein – jedoch nicht an einen Rücktritt denken. Er wolle leiser treten und die Sache ruhiger angehen lassen.

Auf Staats-Kosten selbstverständlich.

Der Spiegel berichtete: „ Die ,intellektuelle und körperliche Bürde des Amtes‘ belaste den 73-jährigen Gauck mehr als erwartet“, so stehe in der Biografie, an der Gauck mitgewirkt hat. Eine von Gaucks ehemalige Lebensgefährtinnen sagt, es gäbe „Ermüdungserscheinungen“. Gauck hat sich offenbar bei engen Mitarbeitern beschwert, dass er zu viele Terminzusagen seiner Vorgänger einhalten müsse. Eine Jugendfreundin aus Rostock wird in dem Buch mit den Worten zitiert, der Bundespräsident könne „unheimlich“ flirten, heißt es in dem Bericht weiter. „Und es ist ihm dabei ganz egal, in welchem Alter die Frau ist.“

Manchmal lohnt es sich auch für Frauen – und sie werden in den Adelsstand der Beraterin erhoben (hier).

Gauck selbst wird in der Biografie, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden soll, mit den Worten zitiert, es könne „nicht in diesem Tempo und dieser Intensität weitergehen“.

Gauck klagt über zu viel „Arbeit“? Wovon spricht der Mann? Er lebt auf Steuerkosten. Seine Termine bestehen aus Auftritten mit Reden, Protokoll-Besuchen, Botschafter-Empfängen, ein paar Reisen, Gesprächs-Kreise, Hände-Schütteln.

Gelegentlich muss er ein paar Gesetze unterschreiben.

Er ist der Notar der Verfassung, mehr nicht.

Er lebt vom Steuerzahler, obwohl ihn die Bürger nicht gewählt haben. Zur Erinnerung: Gauck war nach der Bild-Kampagne Bundeskanzlerin Angela Merkel von der FDP aufgedrückt worden. Gauck ist also das Ergebnis eines Winkelzugs innerhalb der politischen Eliten.

Nicht einmal Merkel wollte Gauck im Schloss Bellevue. Es tut nichts zur Sache, ob die Veröffentlichung eine Intrige ist, bei der Merkel versucht, Gauck loszuwerden. Der Autor der Biografie, Mario Frank, ist ein ehemaliger Bertelsmann-Manager. Liz Mohn und Angela Merkel sind Frauen, die einander verstehen.

Doch der tatsächliche Skandal liegt in der Tatsache, dass ein Bundespräsident, der das Leben eines Salon-Löwen auf Steuerzahler-Kosten führen darf, darüber jammert, dass der Job zu anstrengend ist. Er kündigt offen die Arbeitsverweigerung an. Wenn ein leitender Mitarbeiter in der freien Wirtschaft sagt, dass er nicht mehr motiviert ist, wird er gefeuert.

Vor allem aber: Was sollen all jene sagen, die rund um die Uhr arbeiten müssen – ohne dabei eine Chance zu haben, wirklich gut zu verdienen: Die tausenden Selbständigen, Kleinunternehmer, Handwerker? Sie kennen keine Rente. Sie wissen, dass sie bis zum Umfallen arbeiten müssen. Sie haben nicht einmal einen sicheren Job: Jede Krise kann ihre Anstrengungen zunichtemachen.

Was sollen jene Alleinerziehenden sagen, die sich, wenn sie nach Hause kommen und bevor sie frühmorgens zur Arbeit gehen, um ihre Kinder kümmern müssen? Die abends todmüde ins Bett fallen und hoffen, dass es am nächsten Tag nicht zu irgendeiner kleinen Katastrophe kommt, die all ihre Planungen über den Haufen wirft?

Was sollen jene sagen, die wegen der von Gauck als Heil gepriesenen, ausbeuterischen Wirtschaftspolitik (einst bezeichnete er Kapitalismus-Kritik als albern – im Detail bei DMN) zwei Jobs machen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen? Denen der Verlust eines Jobs schlaflose Nächte bereitet, die nicht wissen, wie sie ihre Familie einigermaßen würdig über die Runden bringen sollen?

Was sollen die Rentner sagen, die sich von ihren Kindern aushalten lassen müssen, weil es zum Überleben nicht mehr reicht?

Und da jammert ganz oben an der Spitze der Republik ein Mann, der sich von Steuerzahler finanzieren lässt, dass sein Job zu anstrengend sei? Dienstwagen, Fahrer, Sekretärin, Dienstboten allenthalben – und trotzdem überfordert?

Der Spiegel berichtet, dass Gauck zu Weihnachten im ZDF mit der Moderatorin Nina Eichinger („Deutschland sucht den Superstar“) Weihnachten feiern werde.

Niemand hat Gauck zu dieser Arbeit gezwungen.

Doch er geht hin, weil er das Amt als ideales Mittel für seinen Geltungsdrang und seine Eitelkeit gebrauchen kann.

Zugleich jedoch über die Belastungen in diesem Amt zu jammern, ist der Gipfelpunkt der Dekadenz.

Wir erwarten schon lange keine Vorbilder mehr in der Politik.

Wir erreichen jedoch bald das Stadium, wo man den Kindern die Beschäftigung mit der Politik verbieten muss.

Zehn Minuten mit Gauck schaden der Charakter-Bildung von heranwachsenden Jugendlichen mehr als eine Stunde Gameboy.

Der Pastor als Präsident.

Das ist der Super- GAUck.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick