EU beschließt Schock-Bilder auf Zigarettenschachteln

Mit besonders krassen Fotos will die EU Raucher künftig abschrecken. Die Tabakindustrie läuft Sturm: Sie fürchtet, dass die extremen Fotos zu einem schlagartigen Ende des Rauchens in Europa führen könnten.

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Der Spiegel berichtet:

Ekelbilder auf Zigarettenpackungen sollen den Europäern künftig das Rauchen vermiesen. Das hat das EU-Parlament beschlossen.“

Die britische Berichterstatterin Linda McAvan sagte: „Wir müssen die Tabakhersteller davon abhalten, mit einer Reihe schriller Produkte die jungen Menschen zu ködern, und wir müssen sicherstellen, dass die Zigarettenpäckchen wirksame Warnhinweise tragen.“

Daher habe man sich entschlossen, besonders „schrille Motive“ dagegen zu setzen. Ein Kampagnen-Manager sagte: „Im Kampf gegen das Rauchen müssen wirklich abschreckende Bilder eingesetzt werden. Nur so werden wir in der EU etwas verändern.“

Die Tabakindustrie ist empört, als sie die ersten Entwürfe der Schreckbilder zu sehen bekam: Man habe nicht erwartet, dass sich die EU zu einer derartig aggressiven Kampagne entschließen werde (Entwürfe siehe oben). Diese Fotos, so fürchtet man beispielsweise bei Philip Morris, könnten dazu führen, dass die Europäer schlagartig das Rauchen aufgeben könnten.

Niemand wolle diese Fotos auf dem Frühstückstisch oder beim Lokal-Besuch offen neben sich liegen haben. Es wird befürchtet, dass die Fotos sogar zu einem öffentlichen Ärgernis werden könnten.

Die Lobbyisten sind vor allem verärgert, weil die brutale Kampagne der EU nicht nur die Tabak-Geschäfte leerfegen dürfte, sondern auch weil damit die Zahl der jugendlichen Raucher gegen Null wandern dürfte.

Die Tabak-Lobby hofft nun, dass die EU doch noch einlenken könnte. Experten der Branche wollen die EU mit einem Kompromiss besänftigen: Statt der Extrem-Motive (oben) sollen nun weitaus harmlosere aus dem medizinischen Bereich gezeigt werden (Foto unten).

Die EU-Präsidenten Van Rompuy und Barroso haben sich dem Vernehmen nach gegen den Kompromiss ausgesprochen. Sie wollen hart bleiben und die krassen Fotos auf den Zigarettenpackungen sehen. Beide gehen im kommenden Jahr in Rente und hoffen, mit der Kampagne noch über ihre aktive Amtszeit hinaus im Leben der Europäer präsent bleiben zu können.

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