Neue Studie: Zucker viel ungesünder als bisher bekannt

Je süßer die Limonade, desto besser lässt sie sich verkaufen. Dabei ist Zucker noch weitaus ungesünder als bislang vermutet. Dies beweisen nun Tests an Mäusen.

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Eine süchtig machende Kombination: Wer seinen Kaffee ohne Zucker genießt, senkt sein Risiko, an Krebs zu erkranken. (Foto: Flickr/schoschie/CC BY-SA 2.0)

Eine süchtig machende Kombination: Wer seinen Kaffee ohne Zucker genießt, senkt sein Risiko, an Krebs zu erkranken. (Foto: Flickr/schoschie/CC BY-SA 2.0)

Im Schnitt isst jeder Deutsche im Jahr rund 34 Kilogramm Zucker. Dabei hat der Körper diesbezüglich keinen Bedarf, da er in der Lage ist, aus Kohlenhydraten selbst Zucker herzustellen. Dass der Mensch auf Süßes schwer verzichten kann, liegt auf der Hand – gilt doch der Geschmack in der Natur als Garant von „nicht giftig“. Aber nicht nur Menschen lieben Zucker, dasselbe gilt für Tumorzellen.

Eine Untersuchung der Harvard Medical School in Boston geht davon aus, dass Zucker sogar Krebs verursachen kann. Die Wissenschaftler vermuten, dass 30 Prozent der Krebsfälle in Europa und den USA durch weniger Zucker vermeidbar wären. Hingegen steht fest, dass 24 verschiedene Krebsarten besonders häufig bei Diabetikern auftreten. Dabei ist festzuhalten, dass zu viel Zucker nicht nur ein Problem von übergewichtigen Menschen ist. Unabhängig vom Körpergewicht kann der Insulinhaushalt durch zu viel Zucker durcheinanderkommen – so sind etwa 15 Prozent der Typ-II-Diabetiker nicht übergewichtig.

Wie viel Zucker gilt als noch gesund? Um dieser Frage nachzugehen, wurde an der Universität von Utah in Salt Lake City, USA, ein Experiment an Mäusen durchgeführt. Die Hälfte der Tiere bekam normales Futter, die andere Hälfte zuckerhaltiges. Wenn man das auf den Menschen überträgt, wären das drei zusätzliche Gläser Limonade zu einer normal gesunden Ernährung.

Die Ergebnisse des Experiments waren deutlich: Nach 32 Wochen waren doppelt so viele weibliche „Zuckermäuse“ verstorben als von der Gruppe der normal ernährten Tiere. Bei den Männchen gab es keinen signifikanten Anstieg von Todesfällen, allerdings waren von den Zuckeressern um rund ein Viertel weniger Nachkommen gezeugt worden als bei der Kontrollgruppe. Und auch im Verhalten zeigten sich Unterschiede: Die Männchen der Zuckergruppe schafften es signifikant seltener, für sich begehrte Plätze im Käfig zu erobern.

Interessanterweise waren beide Versuchsgruppen äußerlich nicht zu unterscheiden, das Gewicht der einzelnen Mäuse war aus beiden Gruppen vergleichbar, dasselbe gilt für die Blutzucker- und Insulinwerte. Nur der Cholesterinwert war bei der Gruppe der Zuckeresser leicht erhöht. Die Forscher kommen dennoch zu einer drastischen Interpretation ihrer Studie: Nämlich, dass Zucker selbst in kleinen Dosen viel schädlicher ist, als bisher gedacht.

Ein drastisches Beispiel für den Kampf gegen Zucker sei in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg wollte im Frühjahr 2013 in seiner Stadt den Verkauf von Softdrinks in XL-Bechern verbieten und die Bechergröße auf knapp einen halben Liter beschränken. Damit wollte er der Fettleibigkeit der Stadtbevölkerung den Kampf ansagen, denn nach Angaben des Bürgermeisters sind rund 60 Prozent der New Yorker übergewichtig. Nach Protesten, unter anderem von der Getränkeindustrie, kippte ein Richter das Verbot aber kurz vor dem In-Kraft-Treten.

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