Der Fluch des billigen Geldes: Es gibt keinen Ausstieg

Ende Januar 2014 wird Janet Yellen den bisherigen Fed-Chef Ben Bernanke ablösen. Mit dieser neuen Personalie wird die Bernanke-Politik für die Banken fortgesetzt. Alles spricht dafür, dass Yellen den Geldhahn noch weiter aufdrehen wird. Es ist wie bei den Drogen: Die Süchtigen brauchen immer neuen Stoff. Die Zentralbanken wissen nicht, wie sie den Geist wieder in die Flasche bekommen sollen.

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Die Geldpolitik von Bern Bernanke bestand bisher darin, jeden Monat für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen und für 40 Milliarden Dollar Hypothekenpapiere aufzukaufen, um die langfristigen Zinsen zu drücken.

Insgesamt erhöhte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Bilanzsumme innerhalb einiger Jahre auf 3,5 Billionen US-Dollar. Die Schulden der USA betragen indessen 16,7 Billionen US-Dollar.

Bernankes Rechtfertigung für die Politik der Fed lautet, ohne seine Interventionen wäre die Erholung der US-Konjunktur noch schwächer verlaufen, als sie derzeit sei. Zugleich hatte Bernanke seine geldpolitischen Eingriffe an die Entwicklung am US-amerikanischen Arbeitsmarkt begründet. Das Staatsanleihen-Ankauf-Programm sollte so lange weiter gehen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gefallen sei. Doch die strukturellen Defizite auf dem US-Arbeitsmarkt könne die Fed gar nicht beeinflussen, räumte Bernanke zuletzt ein. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,3 Prozent.

Im Mai dieses Jahres musste Bernanke eingestehen, dass er selbst keinen risikofreien Ausstieg aus dieser Geldpolitik mehr sieht. Denn eine Ausstiegsstrategie hierfür existiert im Grunde nicht.

Doch langsam wird es einigen mulmig beim Geld-Drucken.

So hatte Obama bei der Nominierung von Janet Yellen am Mittwoch gesagt, die Fed könnte noch in Ende des Jahres ihre Anleihekäufe reduzieren.
Doch Obama hat in dieser Sache nicht das letzte Wort.

Das haben jene, die das Schulden-Karussell am Laufen halten.

Der Internationalen Währungsfonds (IWF) intervenierte prompt: Wenn die Federal Reserve (Fed) beginnen sollte, die Staatsanleihenkäufe zurückschrauben würde und die langfristigen Zinsen für die Ausgabe der US-Bonds (Staatsanleihen) auch nur um einen einzigen Prozentpunkt erhöhte, könnten die US-Staatsanleihen-Portfolios einen Verlust von 2,3 Billionen Dollar erreichen, berichtet die FT über entsprechende Projektionen des IWF.

Mit der Übergabe von Bernanke an Janet Yellen wird also die bisherige expansive Geldpolitik weitergehen, hier.

Janet Yellen hatte Bernankes Politik als Vizepräsidentin der Fed stets mitgetragen. Sie war und ist die eigentliche Verfechterin der ultra-lockeren Geldpolitik. Es sind Schritte, denen sie offenbar stets zustimmte. Was sie unter dem Strich einbrachten wird auch in den USA heftig diskutiert. Womöglich wurde eine Depression verhindert, jedoch das Risiko von Inflation und Blasenbildung befördert. Das Wirtschaftswachstum ist, trotz aller Maßnahmen von Bernanke und Yellen, immer noch schwach, eine effektive Schulden-Rückführung daher nicht wahrscheinlich. Nach wie wurde die Arbeitslosenzahl dadurch nicht durchgreifend gesenkt. Dagegen ist die Staatsverschuldung so stark angewachsen, dass den USA die Zahlungsunfähigkeit droht und nunmehr erbittert über die Erhöhung der Staatsschulden-Obergrenze gestritten wird.

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