Kampf dem billigen Geld: Sparkassen fordern höhere Zinsen

Die Sparkassen sorgen sich um die Guthaben der Sparer und fordern ein Ende der billigen Zinsen. Das billige Geld sei keine Lösung für die Schulden, weil die Probleme damit lediglich auf die nächste Generation abgeschoben würden.

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Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sorgt sich um die Sparguthaben der Deutschen – und fordert ein Ende des billigen Geldes, welches die Zentralbanken unverändert vor sich herschieben.

Die Finanz- und Staatsschuldenkrise sei noch nicht vorbei. Aus Instabilitäten in anderen Regionen der Welt und aus den Nebenwirkungen der Rettungspolitik ergäben sich erhebliche Gefahrenpotenziale. Das sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, bei der Pressekonferenz seines Verbandes anlässlich der Herbsttagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington.

Fahrenschon: „Niemand sollte glauben, vermeintlich weiche Instrumente wie ein sehr niedriger Zinssatz seien risikolos und würden nicht erhebliche Kosten verursachen. Man kann auf Dauer das Problem zu hoher Schulden nicht mit noch mehr billigem Geld bekämpfen“, sagte Fahrenschon. Eine Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte sei nicht zuletzt die hohe Staatsverschuldung in den USA. „Auch ohne eine Erhöhung der Schuldenobergrenze sind die USA pro Kopf der Bevölkerung bereits deutlich höher verschuldet als Griechenland.“ Auch eine Erhöhung der Schuldenobergrenze werde deshalb die Probleme in den USA nicht beseitigen. Eine auf Schuldenaufnahme ausgerichtete Politik sei ökonomisch nicht nachhaltig, weil sie bestehende Ungleichgewichte nur auf nachfolgende Generationen abschiebe, aber nicht löse.

Nach Einschätzung Fahrenschons führen die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen zu fehlerhaften Risikobepreisungen und Kapitalfehlleitungen. Durch zu niedrige Kreditkosten erlahme der Erneuerungswille in den Krisenstaaten, aber auch in Deutschland selbst. Und zu niedrige Zinsen würden auf Sicht zu deutlichen Lücken in der privaten Alterssicherung führen und besonders stabilen Institutionen wie Lebensversicherungen und einlagenstarken Kreditinstituten das Leben schwermachen. Fahrenschon forderte deshalb die Notenbanken auf, den Zinswendepunkt nicht zu spät ins Visier zu nehmen und die Staatshaushalte durch realistische Zinsen wieder in die Pflicht zu nehmen, ihre Ausgabepolitik in den Griff zu bekommen.

Außerdem wandte sich Fahrenschon erneut gegen eine gemeinsame Schuldenhaftung in Europa: „Gemeinsame europäische Standards sind wichtig. Aber eine europäische Banken-Union darf nicht als ständiger Griff in die Taschen anderer verstanden werden.“

Die Sparkassen werden aller Voraussicht nach aus der Banken-Union ausgenommen werden. Sie sollen weiter von der Bafin beaufsichtigt werden.

Das größte Problem der Sparkassen sind die Landesbanken, die zu der Gruppe gehören. Sie waren durch Spekulation massiv von der Finanzkrise betroffen gewesen. Die Bafin hatte keinerlei Probleme im Vorfeld erkannt.

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