Wirtschafts-Nobelpreis für laaaaangfristige Prognosen

Drei US-Forscher erhalten den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Ihr Fachgebiet ist die langfristige Marktbeobachtung und die Zusammensetzung von Aktienkursen. In Zeiten der orientierungslosen Zentralbanken empfehlen sich Ehrungen für Forschungen, die sich einer kurzfristigen Falsifizierung entziehen.

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Der Nobelpreis für Wirtschaft geht an die US-Forscher Eugene F. Fama, Lars Peter Hansen und Robert J. Shiller. Die Wissenschaftler wurden für ihre empirischen Methoden zur langfristigen Marktbeobachtung ausgezeichnet. Diese Methoden versuchen zu erklären, wie Aktienkurse entstehen.

Alle drei hätten den Grundstein für das heutige Verständnis zur Analyse von Vermögenspreisen gelegt, so die Begründung der Königlich-Schwedischen Wissenschaftsakademie. Allerdings ist der Preis umstritten, da er nicht auf das Testament von Alfred Nobel zurückgeht, sondern erst 1968 von der Reichsbank in Stockholm gestiftet wurde. Bis heute wurden hauptsächlich US-Ökonomen ausgezeichnet.

Eugene F. Fama schrieb bereits in seiner Dissertation, dass Aktienkurse nicht vorhersehbar sind, sondern Zufallsbewegungen unterliegen. Der 74-Jährige ist Begründer der Effizienzmarkthypothese (1970), die besagt, dass keiner – weder Käufer noch Verkäufer – den Markt langfristig schlagen kann. Allerdings unter der Bedingung, dass alle über dieselben Informationen verfügen und rational gehandelt wird.

Diese Annahme macht die Forschung zeitlos: In der Praxis bestimmen ausschließlich Insider – und rational handeln nur jene, die mehr wissen wie die anderen.

Robert J. Shiller (67) ist Professor an der Yale Universität und entwickelte in den 1980-Jahren mit Kollegen den sogenannten Case-Shiller-Index. Noch heute ist dieser der führende Immobilien-Index in den USA und spiegelt die Preisentwicklung wider.

Auch dieser Forschung haftet etwas Esoterisches an: Es wäre schön gewesen, wenn der Shiller-Index rechtzeitig auf STOP gezeigt hätte, als die US-Subprime-Blase implodierte.

Lars Peter Hansen (60), Gastprofessor in Harvard und Stanford, forscht zu Robustheit und Risiko in der Makroökonomie und Finanzwissenschaft. Seine Arbeit hat Auswirkungen bei der Bewertung von Konsum und Spar-Investitionen.

Ob Marc Faber dessen Forschungen kennt? Faber, der nüchterne Schweizer, sagt ganz unakademisch: Es gibt eine massive Blase bei bestimmten Vermögens-Assets. Diese wird platzen und vielen Leuten Ärger machen (mehr hier).

Es ist nicht alles preiswürdig.

Das gilt für Assets und die Wissenschaften.

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