Perfektionisten bekommen leichter Migräne

Perfektionisten bekommen leichter Migräne: Sie strengen sich im Vergleich zu Gesunden oft übermäßig an, um die ihnen gestellten Aufgaben möglichst perfekt zu erledigen. Forscher konnten nun beweisen, dass sie Probleme anders verarbeiten als gesunde Personen. Glücklich, wer eher nachlässig ist und darauf baut, dass sich die meisten Dinge auch von selbst erledigen.

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Eine neue Forschung hat ergeben: Perfektionisten bekommen leichter Migräne. Ihr Drang, alles richtig machen zu wollen, setzt sie unter Druck. Migräne-Patienten nehmen sich Probleme stärker zu Herzen. Ein Nachlässiger ist besser dran. Sie verarbeiten Reize intensiver, weil sie alle Probleme lösen wollen. Sie können nicht abschalten.

Wie die Forscher in einem Experiment herausfanden, strengen sich Migränepatienten viel stärker an, um eine erzeugte Hilflosigkeitssituation zu bewältigen. Im Verlauf des Versuches ging es darum, verschiedene Töne zu hören und bei einem bestimmten Ton sehr schnell auf einen Knopf zu drücken, berichtet DocCheck.

Pro richtig getroffenem Ton gab es für die Gesunden und die Migräne-Patienten einen Euro als Belohnung. Dann begann das eigentliche Experiment, der Reaktionston ließ sich trotz korrekten Knopfdrucks nicht ausschalten. So entstand ein kurzer Moment der Hilflosigkeit. Mithilfe eines EEGs konnten die Wissenschaftler aufzeigen, dass die Migräne-Patienten mehr kognitive Ressourcen aktivierten, um den Ton abzuschalten.

Die Migränepatienten erhöhten die Aufmerksamkeit, was sich wiederum positiv auf die Reaktionszeit auswirke, so die Forscher. Sie gaben nicht so schnell auf wie die Gesunden, kämpften auch schneller gegen das Hilflosigkeitsgefühl an. Die Forscher sind sich aber nicht sicher, ob die schnellere Auseinandersetzung mit den Reizen daran liegt, weil die Patienten wissen, dass schon bald die nächste Schmerzattacke folgt oder diese einfach eine Folge der intensiveren Reizverarbeitung ist.

Bekannt ist, dass Migräne-Patienten immer noch auf gleichartige Reize reagieren, auch wenn gesunde Menschen sich daran schon gewöhnt haben. Die Verhaltensunterschiede zwischen beiden Gruppen sind kurz vor einem Anfall am größten, während eines Anfalls gleichen sich beide Gruppen an. Es scheine sich dann etwas zu normalisieren, was zwischen zwei Anfällen nicht normal sei, so die Forscher. Damit könnte es das Beste für Migräne-Patienten sein, sich langsam an Reize zu gewöhnen, anstatt sie vollkommen zu vermeiden, wie es jahrelang propagiert wurde.

Das Problem für Perfektionisten: Sie können meist nicht aus ihrer Haut. Wenn man ihnen sagt, sie sollen die Dinge mal nicht so gründlich angehen, wollen sie schlampig sein.

Allerdings perfekt.

Womit ihnen nicht geholfen ist.

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