Fukushima: Taifun hat neue Schäden an Atom-Ruine verursacht

Die Betreiber haben in der Atom-Ruine von Fukushima deutlich erhöhte Radioaktivität gemessen. Offenbar hat der Taifun Wipha wie befürchtet beträchtliche Schäden verursacht.

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Tepco, die Betreiberfirma des havarierten KKW Fukushima, hat in Daiichi deutlich erhöhte Radioaktivität gemessen. Wie der japanische Fernsehsender NHK berichtet, die Radioaktivität sei in einem Graben gemessen worden, der von der Ruine ins Meer führt. Der Taifun Wipha hatte starke Regenfälle über Fukushima gebracht.

Offizielle von Tepco sagten, sie hätten 1,400 Becquerel von radioaktivem Material pro Liter an einem Punkt gemessen, der 150 Meter vom Meer entfernt ist.

Dies ist der höchste gemessene Wert, seit Tepco mit den Messungen im August begonnen hat. Der Wert ist 70mal höher als der Wert vom Dienstag, also vor dem Eintreffen des Sturms. Die Offiziellen sagen, dass die erhöhten Werte vermutlich von abgerutschtem Erdreich resultieren, welches als Folge der Regenfälle in den Graben gespült wurde. Tepco teilte mit, dass man mit den Aufräumarbeiten beginnen werde. Messungen im Meer wurden nicht durchgeführt. Tepco sagte, man sei nicht in der Lage, Messungen im Meer vorzunehmen – wegen des schlechten Wetters, meldet die Japan Times.

Die Japanische Atomaufsicht sagte, dass Tepco offenkundig nicht in der Lage sei, das Abfließen von radioaktivem Wasser in das Meer zu verhindern: „Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Maßnahmen wenig Wirkung gezeigt haben.

Das Industrie-Ministerium hat einen Plan vorgelegt, wie die Ruine entsorgt und gesichert werden soll. Der ganze Prozess wird 40 Jahre dauern. In dieser Zeit soll das gesamte verstrahlte Erdreich so tief vergraben werden, dass es dort zehntausende Jahre lagern kann. Erst dann ist das Material für Menschen nicht mehr schädlich.

Doch diese Zeitangaben haben keine besondere Halbwertszeit: Tepco hat angegeben, dass die Entsorgung der Brennstäbe aus allen Reaktoren insgesamt acht Jahre dauern würde. Doch nach Angaben von Tepco selbst sind zahlreiche Wassertanks bereits nach fünf Jahren kaputt (Bericht von Tepco, japanisch).

Unterdessen sind neue Taifuns angekündigt. Das Erdreich macht den Betreibern Sorge, weil es zeigt, dass die Gebäude in Fukushima Daiichi massiv unterspült sind. Im Unit 4 lagern 1.300 hochradioaktive Brennelemente. Diese sollen ab November einzeln geborgen werden.

Wenn die beschädigten Brennelemente einander berühren, kann es zu einer Zündung kommen. Dann muss das Gelände sofort evakuiert werden.

Ein britischer Atom-Manager vertritt die Auffassung, dass die evakuierten Familien bereits jetzt wieder nach Fukushima zurückkehren können (mehr hier).


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