EU ordnet Drosselung von Staubsaugern in allen Haushalten an

Die EU-Kommission hat beschlossen, dass Haushalte ab 2017 nur noch mit Staubsaugern gereinigt werden dürfen, die eine Leistung von 900 Watt nicht übersteigen. Damit muss jeder Haushalt dreimal solange wie bisher saugen, um seine Wohnung sauber zu bekommen. Die EU hofft, mit der „EU-Ökodesign-Verordnung“ die Arbeitslosen-Quote in Europa zu senken.

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Der EU-Kommission hat beschlossen, dass europäische Haushalte ab 2017 nur noch Staubsauger mit einer Leistung von 900 Watt verwenden dürfen.

Dazu teil die Deutsche Energie Agentur unter dem freudigen Titel „EU-Energielabel bald auch für Staubsauger“ begeistert mit:

„Die Europäische Kommission hat neue Verordnungen zur Energieeffizienz von Staubsaugern verabschiedet, die erstmals auch eine Kennzeichnung der Geräte mit dem EU-Energielabel vorsehen. Ab dem 1. September 2014 müssen Produkte, die in der EU auf den Markt gebracht werden, mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden und gesteigerte Mindestenergieeffizienzanforderungen erfüllen.

Die neue EU-Label-Verordnung verpflichtet Hersteller und Lieferanten zur Ausstellung eines EU-Energielabels für Staubsauger. Es wird in zwei Stufen am 1. September 2014 und am 1. September 2017 eingeführt. Das Label zeigt neben der Energieeffizienzklasse den durchschnittlichen jährlichen Energieverbrauch. Auch weitere Angaben wie Teppichreinigungsklasse oder Schallleistungspegel werden in Zukunft auf dem EU-Energielabel abgebildet.

Darüber hinaus müssen Staubsauger ab 2014 bestimmte Mindestanforderungen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz erfüllen. Die neue EU-Ökodesign-Verordnung für Staubsauger legt u. a. die sogenannte maximale Nennleistungsaufnahme fest. Diese auf dem Gerät genannte Leistung muss beispielsweise ab dem 1. September 2014 unter 1600 Watt liegen und ab dem 1. September 2017 unter 900 Watt.

Durch die neuen Verordnungen sollen bis 2020 deutliche Energieeinsparungen erzielt werden. Sie leisten damit einen Beitrag zur Erreichung der nationalen und europäischen Energie- und Klimaschutzziele.

Diese Entscheidung wurde bereits Anfang August 2013, von der Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt, gefällt. Sie ist nach der Glühbirnen-Verordnung der wichtigste Projekt der EU zur Verbesserung der europäischen Menschen. Die Glühbirnen gehen übrigens auf den zukünftigen deutschen Vizekanzler Sigmar Gabriel zurück (mehr zu dieser Posse – hier).

Um Energie-Sparen kann es dabei natürlich nicht gehen.

Der Energieverbrauch von Staubsaugern macht nämlich einen verschwindenden Anteil am Gesamtenergie-Haushalt einer modernen Volkswirtschaft aus, so dass auch der energetische Effekt unterhalb der Messbarkeitsschwelle liegt.

Um den gleichen Reinigungseffekt, also ein vergleichbares Vakuum pro Quadratzentimeter Fußbodenfläche, zu erzeugen, muss bei einem schwächeren Staubsauger die Düsenbreite verkleinert werden. Das ist einfache Physik. Ergo muss man mit 900 Watt doppelt so lange saugen wie mit 1600 Watt. Und drei Mal so lange wie mit 2700 Watt. Und vier Mal so lange wie mit 3600 Watt. Stets gleiche Reinigungsleistung unterstellt. Auf die Strom-Rechnung hat die Wattzahl des Staubsaugers nicht den mindesten Einfluss.

Allerdings: Die Herstellung einer einfachen Zahnbürste verbraucht weniger Energie als die Herstellung eines einfachen Besens. Eine Brüsseler Vorschrift, dass Räume deswegen zukünftig mit der Zahnbürste geputzt werden müssten, liegt unterdessen noch nicht vor.

Was bezweckt die EU-Kommission mit diesem Irrsinn?

Sollen die Frauen an den Herd und in den Haushalt zurückgeschickt werden? Wer länger und häufiger saugen muss und auch länger braucht, um alle sonstigen gedrosselten Haushaltsgeräte zu nutzen, fällt dann eben entsprechend im Beruf aus.

Dadurch könnte die offizielle Arbeitslosenquote gesenkt werden. In dieser Hinsicht in anzunehmen, dass es der EU einerlei ist, ob der Mann oder Frau oder der gleichgeschlechtliche Lebenspartner den halben Tag mit Staubsaugen verbringt – Hauptsache, er bleibt zu Hause, saugt und entlastet auf diese Weise die Statistik.

Und was ist mit der Hygiene, mit den vielen Staubpartikeln, Bakterien usw. die tiefer sitzen, und die dann in den Teppichen und Böden verbleiben? Und was ist mit den Babys und Kleinkindern, die nach modernen Erziehungsvorgaben auf den Fußböden herumkrabbeln und auf den Teppichen spielen sollen?

Möglicherweise geht es hier um eine indirekte Subvention der Pharmaindustrie: Die soll schon bald die Erlaubnis erhalten, im EU-Raum direkt zu werben. Der Slogan könnte dann heißen: Zu jedem EU-Staubsauger bekommen Sie Anti-Allergie-Medikamente zum Preis Drei für Zwei!

Es ist peinlich, dass so häufig an Brüsseler Schaltstellen Dilettanten sitzen, die von der Regelungsmaterie nicht die geringste Ahnung haben und physikalisch technische Ahnungslosigkeit durch eine Art falsche Umweltmoral substituieren.

Dem ideologischen Irrsinn liegt überdies ein technischer Denkfehler zugrunde: Die Energieeffizienz von Geräten mit gedrosselter Leistung ist im Zweifel niedriger als die leistungsstärkerer Geräte.

Energieeffizienz heißt den Wirkungsgrad erhöhen, heißt aus einer Kilowattstunde einen höheren Arbeitsnutzen heraus zu holen. Energieeffizienz hat nichts mit dem Abschalten von Strom zu tun, mit der Unterbindung der modernen Nutzung der Kraft aus der Steckdose.

Paris Hilton, eines der großen Idole der Herren Van Rompuy und Barroso, soll sich einmal ihres verschwenderischen Lebensstils gebrüstet haben indem sie sagte, sie haben noch nie in ihrem Leben Staub gesaugt.

Auch Van Rompuy und Barroso haben vermutlich noch nie einen Staubsauger in der Hand gehabt, um zu saugen.

Sie bevorzugen, wie Nigel Farage das so schön gesagt hat, in jeder Lebenslage feuchte Lappen (mehr dazu hier).

Die sehr lesenswerte EU-Verordnung finden Sie hier.


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