Heftiges Erdbeben in Japan, Atomanlage Fukushima evakuiert

Ein Erdbeben der Stärke 6,8 bis 7,2 hat die Japan erschüttert. Die Atom-Ruine in Fukushima musste evakuiert werden. Die Lage um die hochradioaktiven Brennelemente ist kritisch.

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Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat die Region Fukushima erschüttert. Die japanischen Behörden gaben eine Warnung vor einem voraussichtlich einen meter-hohen Tsunami aus, meldet der Fernsehsender NHK. Das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum sagte dagegen, dass es keine Flutwelle erwartet. Die nationale Erdbebenwarnstelle hat die Warnstufe Gelb für die Regionen Fukushima, Iwate, Miyagi, Ibaraki und Teile der Region Chiba ausgerufen. Diese Stufe bedeutet noch keine unmittelbare Gefahr, aber erhöhte Wachsamkeit.

Bisher haben die Wellen an der Küste vor Fukushima lediglich etwa 30 cm Höhe erreicht.

Die Karte der Japanischen Erdbeben Agentur (JMA) zeigt die Schwerpunkte des Erdbebens von Samstag Nacht (Ortszeit). (Grafik: JMA)

Die Karte der Japanischen Erdbeben Agentur (JMA) zeigt die Schwerpunkte des Erdbebens von Samstag Nacht (Ortszeit). (Grafik: JMA)

Zunächst wurden von der Atom-Ruine in Fukushima keine Schäden gemeldet. Es wurde auch keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Firma Tepco hat jedoch vorsorglich die Evakuierung der Anlage angeordnet. Die Arbeiter wurden angewiesen, sich vom Meeresspiegel zu entfernen und höher gelegene Orte aufzusuchen.

Ein Sprecher der Präfektur Fukushima sagte der AP, dass es zwar ein starkes Beben gewesen sei, dass jedoch keine Gegenstände in den Häusern von den Tischen gefallen sei. Ein solches Beben sei man in der Region gewöhnt.

In Fukushima Daiichi lagern 1.300 zerstörte Brennelemente. Wenn sich diese Brennelemente berühren, besteht die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Tepco hat über dem zerstörten Gebäude einen Kran installiert und will ab November mit der Bergung der Brennelemente beginnen – eine ausgesprochen risikoreiche Aktion (mehr dazu – hier). Ob die Operation nach dem Erdbeben wie geplant durchgeführt werden kann ist zur Stunde nicht abzuschätzen.

Es ist unklar, was die Evakuierung der Tepco-Arbeiter bedeutet: Die Atom-Ruine muss beständig gekühlt werden. Schon nach dem letzten Taifun war radioaktives Wasser massenweise in das Meer ausgetreten.

Der Unit 4 hat schwere Schäden an dem Fundament – das Fundament schwimmt eigentlich nur noch. Wenn das Gebäude einstürzt, müssten alle Helfer das Gelände dauerhaft verlassen. Die Folgen wären unabsehbar.

Aktuelle Hintergründe zu Fukushima hier.


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