Tausende Jugendliche ohne Ausbildungs-Platz

Irgendetwas stimmt nicht an den Jubel-Meldungen der Bundesagentur für Arbeit. Denn die Agenur muss einräumen, dass tausende Jugendliche noch ohne Ausbildungsplatz dastehen. Niemand weiß, warum.

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21.000 Jugendliche haben in diesem Jahr noch keine Ausbildungsstelle gefunden, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mit. Das sind 5.400 oder rund vier Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack gibt den Unternehmen die Schuld: „Der Ausbildungsmarkt nimmt krisenhafte Züge an. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen fliehen aus der Ausbildung.“ Jugendliche mit Hauptschul- und mittlerem Schulabschluss haben schlechte Karten, wie auch die BA bestätigte. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) klagt dagegen: „Den Betrieben gelingt es immer öfter nicht, Azubis zu finden.“ Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte, dass es in allen Branchen und Berufen unbesetzte Lehrstellen gebe – sich aber keine Jugendlichen zur Ausbildung anmelden.

Nach Angaben der Bundesagentur waren am Ende des Ausbildungsjahres noch 33.500 Stellen unbesetzt. „Die tatsächliche Zahl liegt jedoch weit höher, denn längst nicht jeder Betrieb meldet seine offenen Stellen“, sagte Dercks.

Eine der Gründe liegt in dem ungebremsten Andrang an die Universitäten: Die Zahl der Studienanfänger hat sich seit 1995 auf fast 500.000 verdoppelt.

Im Studium sehen die Jugendlichen den sicheren Weg zu einem guten Einkommen. Dank staatlicher Förderungen und Hilfe durch die Eltern kommen die Jungen vergleichsweise gut durch das Studium.

Was danach kommt, fragen sie meist erst später.


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