Asmussen: Kleinsparer werden Börsen-Steuer bezahlen

Das EZB-Mitglied Jörg Asmussen hält die von der Großen Koalition beschlossene Börsensteuer für wirkungslos: Es sei technisch schwierig, die Kleinsparer auszunehmen. Die Banken werden die Steuer in voller Höhe an die Kunden abwälzen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Die Einigung von SPD und Union auf eine Finanztransaktionssteuer wird von der Bankenwelt realistisch gesehen. Im Bild EZB-Chef Mario Draghi und das Mitglied Jörg Asmussen, im Hintergrund ein Mitarbeiter der NSA mit dem Handy von Angela Merkel.

Die Einigung von SPD und Union auf eine Finanztransaktionssteuer wird von der Bankenwelt realistisch gesehen. Im Bild EZB-Chef Mario Draghi und das Mitglied Jörg Asmussen, im Hintergrund ein Mitarbeiter der NSA mit dem Handy von Angela Merkel.

EZB-Direktor Jörg Asmussen sieht die von Deutschland befürwortete Börsensteuer kritisch. „Aus meiner persönlichen Sicht kann ich sagen, dass die Erwartungen an eine Finanztransaktionssteuer höher sind, als die möglichen Resultate“, sagte Asmussen den Stuttgarter Nachrichten laut Vorabbericht. Es sei „technisch sehr schwierig, einzelne Gruppen, etwa die Kleinsparer, von so einer Steuer auszunehmen“. Vor allem diesen Bankkunden drohten höhere Kosten. Solche indirekten Steuern würden „am Ende immer teilweise auf die Endverbraucher überwälzt“, sagte Asmussen. Die Mehrwertsteuer zahle ja auch nicht der Supermarkt, sondern der Kunde.

Die Spitzen von Union und SPD haben bei ihren Koalitionsverhandlungen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der EU oder zumindest einem Teil der Mitgliedstaaten beschlossen. Demnach soll auch eine kleinere Gruppe von EU-Staaten im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit bei diesem Vorhaben voranmarschieren können.

Asmussen, der SPD-Mitglied ist und früher als Finanzstaatssekretär tätig war, wies Spekulationen zurück, es ziehe ihn zurück in die Bundespolitik: „Mein Vertrag bei der EZB geht bis 2019, und ich habe die Absicht, ihn zu erfüllen.“

Asmussen ist der Wunschkandidat von Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Posten des Finanzministers.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick