US-Milliardär fordert Abwurf einer Atom-Bombe auf den Iran

Der US-Milliardär Sheldon Adelson empfiehlt US-Präsident Obama, eine Atom-Bombe auf die Wüste im Iran abzuwerfen. Dann sollten die Amerikaner der iranischen Führung sagen: Wenn ihr euer Atomwaffen-Programm nicht beendet, fliegt die nächste Atom-Bombe direkt auf Teheran. Adelson ist mit knapp 92 Millionen Dollar der größte Einzel-Spender für die Republikaner. Ex-Verteidigungsminister Dick Cheney sagte, ein Krieg gegen den Iran sei unvermeidlich.

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Der amerikanische Kasino-Milliardär Sheldon Adelson sagte bei einem Vortrag in New York, dass Verhandlungen mit dem Iran die falsche Politik seien.

Wie Time berichtet, sagte Adelson, der US-Präsident solle den Befehl zum Einsatz geben, an eine in Nebraska stationierte Einheit:

„Und dann gibt es eine atomare Waffe auf Langstrecken-Raketen, die fliegt dann bis in die Wüste. Das wird keinen Menschen verletzen, höchstens ein paar Klapperschlangen und Skorpione. Und dann müssen wir sagen: Schaut euch das genau an, die nächste fliegt direkt auf Teheran. Wir meinen es ernst. Ihr wollt ausgelöscht werden? Dann macht so weiter, stellt euch stur und macht mit eurem Atom-Programm weiter.“

Adelson ist der größte finanzielle Einzelunterstützer der Republikaner. Er hat 92,8 Millionen Dollar für republikanische Partei-Gliederungen gespendet. Adelson ist in der Forbes-Liste auf Platz 15 der reichsten Menschen der Welt – mit einem Vermögen von 26,5 Milliarden Dollar.

Eine irre Einzelmeinung?

Vielleicht.

Aber der Fall zeigt, dass in den USA – und damit in der Weltpolitik – das Geld die Politik bestimmt.

Die Milliardäre entscheiden über Krieg und Frieden.

Keine besonders erfreuliche Vorstellung.

Und Adelsons Forderung nach einem Nuklear-Schlag gegen den Iran fiel nicht ohne innenpolitischen Zusammenhang: Der frühere Verteidigungsminister Dick Cheney sagte bei George Stephanopoulus auf ABC, ein Krieg gegen den Iran sei „unvermeidlich“.

Dick Cheney auf die Frage, ob ein Krieg unvermeidlich sei:

„Ich habe Schwierigkeiten zu sehen, wie wir unsere Ziele ohne das erreichen werden. Ich zweifle sehr stark, dass Diplomatie zu einem Ergebnis führen wird, wenn es nicht eine Perspektive gibt, die bedeutet: Das Scheitern von Verhandlungen führt zu einer Militär-Aktion.“

In Amerika suchen vor allem die Vertreter der Rüstungs- und der Erdöl-Industrie, die US-Position nach dem Irak auch in anderen Ländern des Nahen Ostens zu stärken. Nach dem Scheitern des Syrien-Projekts fassen diese Gruppen nun wieder den Iran ins Visier. Syrien, das sich nach Angaben der Organisation zur Vernichtung der Chemiewaffen pünktlich an den Zeitplan gehalten habe und alle Chemiewaffen unter Aufsicht versiegelt hat, kommt als Ziel nicht mehr in Frage.

Der Iran wird in den USA seit Jahrzehnten zum Feind aufgebaut – obwohl Teheran seit Jahren keinen Krieg mehr geführt hat und durch die Sanktionen des Westens massiv geschwächt ist. Die New York Times und die israelische Zeitung Haaretz haben mehrfach berichtet, dass der Iran keinerlei Kapazitäten für Atomwaffen besitze. Vielfach wird sogar bezweifelt, dass der Iran technisch in absehbarer Zeit in der Lage sei, Atomkraftwerke zu bauen und zu betreiben.

Adelson spielt auch in Israel eine unrühmliche Rolle: Als er feststellte, dass die Mehrheit der Israelis kein Interesse an einem Krieg mit den Nachbarn hatten und im Zuge der israelischen Friedensbewegung für einen Frieden mit den Palästinenser auf die Straße gingen, gründete er 2007 in Israel die Gratis-Zeitung Israel HaYom. Mit seiner Finanzhilfe wurde die Zeitung in kurzer Zeit die größte Zeitung Israels und erreicht heute fast 40 Prozent Marktanteil.

Im vergangenen Präsidentschafts-Wahlkampf unterstützte Adelson Mitt Romney. Nach dessen Niederlage forderte er von den Republikanern einen harten Kurs gegen Obama – den die auf seine Finanzierung angewiesene Partei auch bei jeder Diskussion um die Schulden-Obergrenze zu demonstrieren versucht.

In Europa ist Adelson in Spanien engagiert: Er will in der Nähe von Madrid eine Kasinos-Stadt mit dem Namen „Eurovegas“ errichten. Dafür hat die Regierung bereits mehrere Gesetze geändert – schließlich geht es um ein Investment von 20 Milliarden Euro.

Doch das Projekt droht nun, wie das SAZ berichtet, am Rauchverbot in Spanien zu scheitern: Adelson besteht auf der Erlaubnis zum Rauchen. Die Regierung in Madrid ziert sich noch. Madrid scheint auch zu befürchten, dass die Mehrkosten für die Kasino-Stadt am spanischen Pleitestaat hängenbleiben könnten.

Den Abwurf einer Atombombe auf Spanien hat Adelson noch nicht angeregt, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.


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