Italien: Draghi treibt Banken in Staatsanleihen

Wegen der niedrigen Zinsen konnte sich Italien in einer Rekord-Auktion 22 Milliarden Euro bei Banken und institutionellen Anlegern beschaffen. Italien muss den Banken jedoch einen als „Inflations-Schutz“ getarnten Zinsaufschlag zahlen.

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Italien nahm mit einer einzigen Staatsanleihe die Rekordsumme von 22,3 Milliarden Euro ein. Diese Summe spült ein bis 2017 laufender Bond mit dem Namen „BTP Italia“ in die Staatskasse, wie das Finanzministerium in Rom am Mittwoch mitteilte. Das Besondere an der Anleihe ist, dass sie mit einem Inflationsschutz versehen ist und eine reale Rendite von mindestens 2,15 Prozent bietet. Sie richtete sich eigentlich an Kleinanleger.

Doch die kamen gar nicht erst zum Zug: Die Banken kauften offenbar wir verrückt.

Kein Wunder: Wenn sie das Geld von der EZB zum Nulltarif bekommen, ist eine solche Anleihe quasi eine virtuelle Geld-Druckmaschine. Denn die Staatsanleihen können als Sicherheiten bei der EZB für neue Gratis-Kredite hinterlegt werden.

Damit ist der ewige Kreislauf gesichert, in dem aus Nichts Geld wird (Fiat Money).

Das Angebot des Finanzministeriums startete am Dienstag. Ursprünglich sollten Gebote bis Freitag möglich sein, doch wurden die Bücher wegen der starken Nachfrage vorzeitig geschlossen. Schon die Versteigerung der BTP Italia ein Jahr zuvor kam bei Anlegern gut an: Der Staat nahm damals 18 Milliarden Euro. Dieser Rekord wurde nun gebrochen.

Italien plagen Schulden in Höhe von zwei Billionen Euro. Um sie zu finanzieren und laufende Defizite auszugleichen, ist der Staat auf das Geld von Investoren angewiesen. Bislang kauften vor allem italienischen Banken die Anleihen, indem sie das zu Niedrigzinsen erhältliche EZB-Geld in die renditestärkeren Papiere steckten und so ordentlich verdienten. Bis Anfang 2015 müssen sie nun ihre Kredite an die EZB zurückzahlen. Ob es eine neue Geldspritze der Zentralbank geben wird, ist offen. Der Staat ist deshalb auf neue Geldgeber angewiesen, etwa Kleinsparer und ausländische Investoren.

Mit dieser Anleihe hat die Regierung bereits 95 Prozent der für dieses Jahr geplanten Einnahmen von etwa 470 Milliarden Euro am Kapitalmarkt gedeckt. Experten gehen deshalb davon aus, dass die für Mitte Dezember geplanten Auktionen abgeblasen werden. Die Rendite für die zehnjährige Staatsanleihe fiel leicht auf 4,15 Prozent.

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