Barroso: EU-Staaten müssen Jobs für Jugendliche schaffen

EU-Kommissionspräsident Barroso hat bei einem Gipfel in Paris den EU-Staaten ein Ultimatum gestellt: Bis Jahresende müssen alle Regierungen mitteilen, wie sie gedenken, die arbeitslosen Jugendlichen in Europa in eine Beschäftigung zu bringen. In mehreren Staaten Südeuropas ist jeder zweite Jugendliche arbeitslos.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat die EU-Staaten aufgefordert, ihre Pläne für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit rasch zu konkretisieren. Bis Dezember müssten alle Staaten sagen, wie sie die beschlossene Jugendgarantie umsetzen wollen, sagte Barroso nach einem Treffen gegen Jugendarbeitslosigkeit in Paris, an dem auch Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahmen.

Mit dieser Garantie haben die EU-Regierungen den Jugendlichen zugesagt, dass sie künftig innerhalb von vier Monaten nach ihrem Schulabschluss oder der Arbeitslosmeldung eine Ausbildung, eine Qualifizierung oder eine Beschäftigung erhalten sollen.

Die Pläne der Staaten sind Voraussetzung dafür, dass ab dem 1. Januar aus dem EU-Haushalt Geld fließen kann. Die EU-Regierungen haben sechs Milliarden Euro für den Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in einigen EU-Staaten für die kommenden sieben Jahre bereit gestellt. Barroso erinnerte daran, dass es möglich sei, den größten Teil des Geldes bereits in den kommenden zwei Jahren einzusetzen.

Viele Regierungen sorgen sich, dass eine hohe Arbeitslosigkeit bei den Europawahlen im Mai 2014 neuen Parteien Auftrieb geben könnte.

Die Angst der Eliten vor Newcomern ist verständlich.

Eine zentralistische Vorschrift, dass die Staaten Arbeitsplatz-Garantien abgeben müssen, wird die Erosion der Etablierten nicht stoppen.

Vielleicht sollten sich EU-Führer und die Regierung statt dessen überlegen, wie es denn sein kann, dass die Erfolgsgeschichte des Euro so verheerende Folgen auf dem Arbeitsmarkt hat.

Das Ergebnis könnte für Brüssel unangenehm sein.

Fällt es jedoch radikal genug aus, könnten die Jugendlichen in Europa aus solch einem Erkenntnis-Prozess nachhaltigen Nutzen ziehen.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick