JPMorgan kauft sich mit 13 Milliarden Dollar von Strafe frei

Die US-Bank JPMorgan Chase zahlt die bisher höchste Strafe wegen Manipulationen. Doch einzelne Täter werden nicht ausgemacht. Die Zahlung ist eher eine Symbolhandlung.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Die US-Bank JPMorgan Chase zahlt nach Angaben des Washingtoner Justizministeriums 13 Milliarden Dollar, um ihren Streit mit der Regierung über zweifelhafte Hypothekengeschäfte beizulegen. Die Summe sei die höchste, die jemals ein einzelner Konzern bei einem Vergleich gezahlt habe, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

Im Rahmen der Einigung räumte JPMorgan ein, die Öffentlichkeit in großem Umfang hinters Licht geführt zu haben, wie die New Yorker Staatsanwaltschaft erklärte. Mitarbeiter hätten an Investoren wissentlich Produkte verkauft, die von schlechterer Qualität gewesen seien als angegeben.

Wegen der Manipulationen wird jedoch offenbar kein Manager zur Rechenschaft gezogen.

Die Zahlung geht an die US-Staatskasse.

Sie gilt nicht als Strafe, sondern ist ein Deal mit den Ermittlern.

Wegen des billigen Geldes kann sich die Bank die Zahlung locker leisten.

Die Hälfte übernimmt der US-Steuerzahler, weil die Zahlung von der Steuer abgesetzt werden kann.

Die abschreckende Wirkung ist folglich überschaubar.

Sehr überschaubar.

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

 Zeichen übrig

    • franz68 sagt:

      Matt Taibbi macht sich über JP Morgan und CNBS lustig:

      http://www.youtube.com/watch?v=EuXf9GmQln4

      ;-)

    • Angie die Erste sagt:

      Na das nenn ich doch mal einen Deal! Wahrscheinlich kann sich JP Morgan noch als Wohltäter feiern lassen, hat er doch der maroden Staatskasse der USA eine große “Spende” zukommen lassen!

      Und die Hälfte kann die Bank noch von der Steuer absetzen! Laßt uns diese Wohltäter feiern! Gefängnisstrafen sind doch nur was für die Unterschicht.

    • Selbstdenker sagt:

      “Die Täter werden nicht ausgemacht…”

      Natürlich nicht, sie werden doch auch weiterhin gebraucht. Was wären die Machteliten ohne ihre Marionetten…

    • Banken in die Schranken! sagt:

      Da wird JPMorgan aber ächzen und stöhnen ob der schweren Last an Bußleistung, die man da abverlangt: ein paar Zahlen in den Computer tippen und die Bilanzen ein Bisschen umschlichten.
      http://www.banken-in-die-schranken.org/banken/nehmen-sie-bankbilanzen-noch-ernst

    • paradax sagt:

      Wer hat noch mal gesagt Verbrechen zahlt sich nicht aus.
      Hier ist der Beweis dafür das es sich doch lohnt.

    • Gast sagt:

      Geile Sache.

      Betrügen, Lügen, Abzocken und als Strafe gibt es einen Strafzettel welche mit jenen 13 Milliarden bezahlt wird welche zuvor jemanden geklaut wurde. Nun soll mal jemand sagen daß Banken keine institutionellen Verbrecher sind. Nichts produziert, nichts verkauft aber die Tasche so voller geklautem Geld daß man sich fragen muß wem dieses Geld jetzt eigentlich fehlt. Allein diese Tatsache fordert gerade zu zur Anklage wegen Diebstahls auf!

      Ich liebe Banken – immer zu einem noch besserem Betrug bereit.

    • ungläubig sagt:

      Da hätten wir doch gern genauer gewußt, warum JP Morgan das zahlt, denn da muss es ja Geschädigte geben. Was ist mit ihnen, gehen die leer aus?

      Hier werden uns Milliarden – Summen aufgetischt, die anscheinend locker aus der Portokasse bedient werden, wie es scheint.

      Wenn ein Politiker unberechtigt First Class fliegt, nimmt die Erregung kein Ende.
      Wenn Milliarden verschoben werden, bleibt es seltsam trübe.

      • Horst Kevin sagt:

        Die Geschädigten gehen nicht leer aus, mitnichten, die dürfen nämlich die Strafe bezahlen! JP Morgan bekam noch ein Schulterklopfen und ein “weiter so” mit auf den Weg!

    • ggg sagt:

      wer sind die wahren Drahtzieher hinter JP Morgan, Goldman Sachs, etc.
      Irgend wie möchte das keiner so recht mal vollkommen veröffentlichen , auch woher das viele Geld stammt mit dem die da spekulieren……..

      • Schmitz sagt:

        JP Morgan ist seinerzeit mit der Chase Manhattan, der Haus und Hofbank vom Rockefeller-Clan zusammengegangen. Letztere dürften die entsprechenden Zügel bei JPM ziehen, mit Jamie Dimon als eifrigen Erfüllungsgehilfen.

    • Buchfink sagt:

      Hallo,
      Wie Systematisch die Großen lässt man laufen die kleinen hängt man.
      Der Steuerzahler kann betahlen.
      Gewinne werden Privatisiert Verluste Sozialisiert.
      Das Gleiche werden wir hier auch noch erleben befürchte ich.

      Grüße

      • Horst Kevin sagt:

        “Das Gleiche werden wir hier auch noch erleben befürchte ich.”

        Natürlich, das ist doch das Geschäftsmodell der Zukunft. Wenn sich nach dem Freihandelsabkommen die USamerikanischen Anwaltskanzleien hier massenweise breit machen. Banken wie Goldman werden hier dann im großen Stil die Hypotheken der Häuslebauer aufkaufen und eine Immobilie nach der anderen einsammeln! Als ob die sich das entgehen lassen werden!