Falsche Zahlen: Manipulation ermöglichte Obamas Wiederwahl

Obamas Wiederwahl zum US-Präsidenten im Jahr 2012 fand vor dem Hintergrund geschönter Statistiken statt. In die Arbeitslosenquote flossen fingierte Daten ein. Die Manipulationen dauern bis heute an. Ein Armuts-Zeugnis für die Demokratie.

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Im Vorfeld der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr ging die offizielle Arbeitslosenquote in den USA massiv zurück. Diese Statistik war manipuliert. Angestellte der Statistik-Behörde dachten sich Interviews einfach aus.

Nach 8,1 Prozent im August 2012 fiel die Arbeitslosenquote im September 2012 deutlich auf 7,8 Prozent. Bereits damals gab es massive Zweifel an den offiziellen Zahlen. Diese Zweifel haben sich nun bestätigt, berichtet die New York Post.

Verantwortlich für die Manipulation ist das Statistische Bundesamt der USA (Census Bureau), das die Umfrage zur Berechnung der Arbeitslosenquote für das US-Arbeitsministerium durchführt.

Bereits im Jahr 2010 hatte das Bundesamt den Mitarbeiter Julius Buckmon dabei erwischt, dass er Daten zur Arbeitslosenstatistik manipulierte. Die gefälschten Daten wurden an das Arbeitsministerium geliefert und niemals zurückgenommen. Das Ministerium wurde auch nachträglich nicht informiert.

Diese Manipulation durch Buckmon war kein Einzelfall, wie eine informierte anonyme Quelle belegt. Die Manipulationen erreichten vor Obamas Wiederwahl einen Höhepunkt und dauern bis heute an.

Die monatlichen Arbeitslosenzahlen beruhen auf 60.000 telefonischen und persönlichen Interviews. Bei der Erhebung der Zahlen verlang das US-Arbeitsministerium, dass 90 Prozent der Anrufe erfolgreich sein müssen. Das heißt, dass 9 von 10 Haushalten erreicht werden und zu einem Interview bewegt werden müssen.

Doch dieses 90-Prozent-Ziel kann nicht immer erreicht werden. Die Lücke wird dann mitunter durch Schein-Interviews gefüllt.

Buckmon sagte, dass ihn Vorgesetzte aufgefordert hätten, die Daten zu manipulieren. „Es war bei einem Telefongespräch – ich kann mich nicht an die genauen Worte erinnern – aber es hieß: ‚Denk dir die Zahlen aus!‘“

Buckmon war ein ehrgeiziger Angestellter. Er führte dreimal so viele Telefonate mit Haushalten wie seine Kollegen. Doch wenn er Personen nicht telefonisch oder persönlich erreichen konnte, dann dachte er sich irgendwelche Jobs für sie aus. Interviews, die nie stattgefunden hatten, fanden so den Weg in die Statistik. Dies senkte offenbar die gemeldete Arbeitslosenquote.

Das Problem mit den erfundenen Interviews hat sich seit September 2012 verschärft, so die Quelle. Davon profitierte Obama, der letztlich auch infolge der sinkenden Arbeitslosenquote wiedergewählt wurde.

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