Goldman Sachs schnappt sich 45 Tonnen Gold von der Zentralbank Venezuelas

Goldman Sachs und die Zentralbank von Venezuela (BCV) haben einen aufsehenerregenden Gold-Swap-Deal vereinbart. Venezuela stellt Goldman das Edelmetall für den Gegenwert von 1,84 Milliarden Dollar zur Verfügung.

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Offenbar gehen bei der Zentralbank Venezuelas die Devisen zur Neige. Nicht anders ist zu erklären, dass die Zentralbank nun mit einem Gold-Tauschgeschäft den Dollar-Liquiditätsengpass überwinden will. Dabei hat sich die Staatsbank ausgerechnet Goldman Sachs auserkoren.

So sollen für sieben Jahre 1,45 Millionen Unzen Gold – das entsprecht etwa 45 Tonnen – an Goldman Sachs verliehen werden. Im Austausch dafür erhält Venezuelas Zentralbank den Gegenwert des aktuellen Preises des Goldes. Dies entspricht gegenwärtig 1,84 Milliarden US-Dollar.

Das Edelmetall soll laut einem Bericht der venezolanischen Tageszeitung „El Nacional“ zufolge bei der Bank of England hinterlegt werden, wonach es anschließend an Goldman Sachs geliefert wird.

Über die Vertragskonditionen berichtet Goldreporter.de, dass an den Deal zugunsten Venezuelas ein Zinsabkommen gekoppelt sei. Goldman-Sachs habe sich im Gegenzug ebenso abgesichert, wobei ein Puffer von 10 Prozent auf den Goldwert vorgesehen sei. Dies für den Fall, dass der Preis des Metalls nachgeben sollte.
Der Goldpreis war im Herbst überraschend eingebrochen. Dabei wurde der Goldpreis über Gold-Derivate manipuliert. Mehr zum Betrug im Goldmarkt hier.

Somit stellt sich die Frage, was die Investmentbank Goldman Sachs während der sieben Jahre Laufzeit des Vertrags mit Venezuela mit dem geliehenen Edelmetall anstellt?

Wird GS es dazu benutzen, um die Wetten auf das Absinken des Goldwerts weiterhin fortzusetzen?

Laut der US-amerikanischen Commodity Future Trading Commission (CFTC) nutzen Swap Dealer das jüngste Konsolidierungstief im Gold bei 1251,58 US-Dollar, um mit rund 20.000 Verträgen ihre Netto-Shortposition abzubauen. Sogenannte Swap- Dealer sind Marktteilnehmer, die wesentlich bedeutsamer auf technische Kursbewegungen setzen, als es die Produzenten oder die Industrie tun.

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