Daimler-Chef Zetsche hält Kritik an Klaeden-Wechsel für Skandal

Daimler-Chef Dieter Zetsche stellt die Debatte auf den Kopf: Nicht der Wechsel des Merkel-Vertrauten Ekhart von Klaeden zu Daimler sei ein Skandal, sondern die Woge der Empörung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klaeden.

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Daimler-Chef Dieter Zetsche ist offenbar nicht glücklich über die Wogen, die der Wechsel von Ex-Staatsminister Eckart von Klaeden zu dem Autobauer ausgelöst hat. „Man kann sicherlich diskutieren, ob es sinnvoll ist, im direkten Anschluss oder mit einem halben Jahr Pause einen solchen Wechsel stattfinden zu lassen“, sagte Zetsche am Mittwochabend bei einer Veranstaltung in Hamburg. Ihm sei jedoch kein einziger Punkt zu Ohren gekommen, der Klaedens Wechsel in Frage stellen würde. Einen solchen Schritt per se zu skandalisieren, halte er für einen Skandal an sich, fügte Zetsche hinzu.

Der Daimler-Chef sprach sich für einen stärkeren personellen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft aus. Deutschland tue diesbezüglich viel zu wenig, andere Länder seien da weiter.

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Verantwortliche des Stuttgarter Konzerns wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung. Zu dem Verfahren äußerte sich Zetsche nicht. Daimler hat die Vorwürfe bereits zurückgewiesen und dabei betont, verantwortlich gehandelt zu haben. Der CDU-Politiker von Klaeden war nach der Bundestagswahl Ende September als Kanzleramts-Staatsminister abgetreten. Am 22. Oktober endete sein Bundestagsmandat, womit er auch seine Immunität vor strafrechtlicher Verfolgung verlor.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen von Klaeden wegen des Verdachts der Vorteilsnahme. Der Politiker hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Er hatte im Mai seinen Wechsel zu Daimler bekanntgeben. Seit 1. November leitet er bei dem Autokonzern den Bereich Politik und Außenbeziehungen. Die Bundesregierung hatte erst kürzlich Vorwürfen widersprochen, von Klaeden habe vor seinem Wechsel zu Daimler Entscheidungen mitgetroffen, die für die Autobranche relevant waren. Es sei daher keine Interessenkollision erkennbar.

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