Deutsche Wirtschaft will noch mehr exportieren

Das Münchner Ifo-Institut meldet eine überdurchschnittliche Exportbereitschaft bei den deutschen Unternehmen. Damit dürfte sich das Ungleichgewicht in der Euro-Zone weiter vertiefen.

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Die überraschend gute Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen dürfte nach Einschätzung des Ifo-Instituts die Debatte um die deutschen Exportüberschüsse beleben. „Die Exporterwartungen der Industrie sind auf den höchsten Stand seit Mai 2011 gestiegen“, sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Das sei einer der wichtigsten Treiber für den Anstieg des Geschäftsklima-Index im November auf 109,3 Punkte, den höchsten Stand seit April 2012. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion ist das interessant.“ Die hohen Exportüberschüsse der Bundesrepublik werden von anderen Ländern kritisiert, weil dadurch Ungleichgewichte im weltweiten Handel verstärkt werden.

Während Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Zahlen am Freitag vor dem Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel erneut verteidigte, forderte Europaparlaments-Präsident Martin Schulz (SPD) eine Ankurbelung der deutschen Binnennachfrage durch Lohnsteigerungen und Investitionen. Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem brachte eine Abschaffung der EU-Regelung ins Spiel, dass neben Defizitsündern auch Länder mit Überschüssen von der EU-Kommission kritisch unter die Lupe genommen werden müssen.

„Die leichte Konjunkturbelebung in der Euro-Zone und der Welt macht sich in den Exporterwartungen bemerkbar“, erläuterte Wohlrabe. Die Aussichten für die deutschen Exporteure dürften sich durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch verbessern: „Von der Zinssenkung der EZB dürfte Deutschland mittelfristig profitieren, wenn sich die Wirtschaft in anderen Euro-Ländern belebt.“ Die EZB hatte den Leitzins vor zwei Wochen auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. In Deutschland mache sich der Schritt kaum direkt bemerkbar, erklärte der Ökonom.

Impulse für das Geschäftsklima kamen aber auch aus dem Inland. „Die Binnennachfrage ist weiterhin stabil, vor allem nach Investitionsgütern“, so Wohlrabe. Auch der Konsum stütze die Entwicklung.

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