Ukraine: 100.000 Demonstranten wollen Pro EU-Entscheidung erzwingen

In Kiew sind am Sonntag 100.000 Bürger gegen die Regierung auf die Straße gegangen: Sie fühlen sich verraten, weil Präsident Janukowitsch eine Abkommen mit der EU zugunsten einer Vereinbarung mit Russland aufgegeben hat. Sie wollen so lange demonstrieren, bis die Regierung eine Vereinbarung mit der EU unterschreibt.

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Etwa 100.000 Demonstranten sind am Sonntag in Kiew auf die Straße gegangen: Sie riefen: „Wir gehören zusammen. Wir sind vereint. Wir sind Europa.“ Die Bürger demonstrierten gegen die Entscheidung der Regierung, ein Abkommen mit der EU aufzugeben und stattdessen eine engere Partnerschaft mit Russland einzugehen. Die EU hatte der Regierung von Präsident Janukowitsch offenbar keinen wirtschaftlich attraktiven Deal bieten können. Zugleich soll es massiven Druck von Russlands Premier Wladimir Putin auf die Ukraine gegeben haben. Das behauptet der Chefverhandler der EU, Polens Aleksander Kwasniewski. So soll Russland gedroht haben, der Ukraine das Erdgas abzudrehen, wenn es zu einem Deal mit der EU bei einem Gipfel am 28. Und 29. November mit der EU kommen sollte.

Die Demonstration war von der Partei der inhaftierten ehemaligen Regierungschefin Julia Timoschenko organisiert worden. Putin beschuldigte die EU, hinter den Demonstrationen vom Sonntag zu stecken. Die Demonstranten fordern eine Sondersitzung des ukrainischen Parlaments und wollen so lange demonstrieren, bis die Verträge mit der EU beschlossen wurden. Die Opposition kündigte Anträge auf Auflösung des Parlaments an.

US-Außenminister John Kerry hat unterdessen eine Reise nach Kiew zur OSZE abgesagt.

Politische Beobachter halten es für denkbar, dass Janukowitsch sein Urteil revidiert. Er habe „sein letztes Wort noch nicht gesprochen“, sagte der Politologe Volodymyr Fesenko dem Nachrichtendienst Bloomberg.

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