EADS will Rüstungs-Zentrale Cassidian schließen

Der EADS-Konzern plant offenbar, die Zentrale der Rüstungssparte Cassidian in Unterschleißheim bei München zu schließen. Betroffen könnten 1.400 Mitarbeiter sein. Die Rüstungs-Industrie leidet unter den Folgen der Sparprogramme. Airbus will vor allem in Deutschland Standorte reduzieren.

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Die Airbus-Mutter EADS will einem Pressebericht zufolge im Zuge ihres Konzernumbaus die Zentrale der Rüstungssparte Cassidian in Unterschleißheim bei München schließen. Teile der Produktion sollten an andere Standorte in Bayern verlagert werden, berichtete die Süddeutsche Zeitung am Montag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Zugleich solle in Ottobrunn im Münchener Umland die neue Luft- und Raumfahrtzentrale des Unternehmens entstehen, in der Cassidian und die Raumfahrtsparte Astrium aufgehen sollen. Wieviele Stellen wegfielen, sei noch unklar, ebenso wann das Werk in Unterschleißheim dichtgemacht werden soll. Dort arbeiten demnach bis zu 1400 Cassidian-Mitarbeiter, in Ottobrunn direkt bei EADS und bei Astrium insgesamt etwa ebenfalls 1400. EADS wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

EADS-Chef Tom Enders plant drastische Einschnitte im Zuge der Zusammenlegung der drei Sparten Airbus Military, Astrium und Cassidian zu Airbus Space & Defense. Zahlen will er am 9. Dezember nennen, wenn Gespräche mit den Gewerkschaften anstehen. Insidern zufolge will das Management mehrere tausend der 40.000 Stellen streichen, allerdings weniger als die 8.000, die kürzlich in einem Medienbericht genannt wurden. Vor allem deutsche Standorte dürften aber im Mittelpunkt stehen. Der Konzern, der sich demnächst in Airbus umbenennt, verdient prächtig an seinen Verkehrsflugzeugen. Das Geschäft mit Kriegsgerät, Satelliten und Weltraumtechnik wirft dagegen angesichts staatlicher Sparzwänge immer weniger ab.

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