Siemens zahlt Löscher 17 Millionen Euro zum Abschied

Für Peter Löscher (Spitzname Pete Delete) hat sich seine Zeit bei Siemens gelohnt: Er kassiert insgesamt 17 Millionen Euro für seinen vorzeitigen Abgang. Die SPÖ-Politikerin Brigitte Ederer bekam ihren Abgang als Siemens-Österreich-Chefin mit 6,5 Millionen Euro versüßt.

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Siemens hat sich den Wechsel an seiner Führungsspitze viel Geld kosten lassen. Dem in Ungnade gefallenen Peter Löscher versüßte der Münchener Technologiekonzern den Abgang Ende Juli mit 14,8 Millionen Euro, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichtem Geschäftsbericht hervorgeht. Hinzu kommt eine Sonder-Finanzspritze für seine betriebliche Altersvorsorgung von 2,2 Millionen Euro. Dafür hat sich Löscher verpflichtet, für zwei Jahre bei keinem Siemens-Konkurrenten anzuheuern. Die wie Löscher aus Österreich stammende Personalchefin Brigitte Ederer bekam zu ihrem vorzeitigen Abschied 5,6 Millionen Euro und knapp 900.000 Euro für ihre Betriebsrente.

Löscher hatte bei Siemens kaum etwas bewirkt – jedenfalls nichts, was eine derart hohe Abfindung aus fachlichen Gründen gerechtfertigt hätte (mehr zur Löscher-Bilanz – hier).

Löschers Nachfolger Joe Kaeser brachte es im vergangenen Jahr auf Bezüge von insgesamt 4,8 Millionen Euro, kaum mehr als ein Jahr zuvor. Sein Vertrag als Vorstandschef läuft allerdings erst seit August, für zehn Monate des Geschäftsjahres 2012/13 bekam er seine Vergütung nur als Finanzvorstand. Insgesamt schrumpften die Gehälter für den Siemens-Vorstand – ohne Pensionszusagen – um 13 Prozent auf 34,6 Millionen Euro.

Der Konzern engt allerdings für seine Spitzenmanager in Zukunft die Verdienstchancen weiter ein. Waren bisher schon die Boni im Wert gedeckelt, soll das künftig auch für Aktienprämien gelten. Siemens folgt damit den neuen Wohlverhaltensregeln für Unternehmen. Damit sollen enorme Summen aus künftig zugeteilten Aktienpaketen vermieden werden, wenn etwa in der Zwischenzeit der Kurs durch einen Übernahmekampf explodiert ist. So könnte Kaeser 2014 maximal noch auf 9,5 Millionen Euro kommen. Siemens-Vorstände müssen je vier Jahre auf den Geldsegen aus früheren Aktienzuteilungen warten.

Von der Konjunktur erwarten die Manager vorerst keine Hilfe für ihre Boni. Das Wirtschaftsklima werde sich erst gegen Ende des laufenden Geschäftsjahres verbessern, sagte Siemens in dem Geschäftsbericht voraus.

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