EZB warnt vor Krise: „Gipfel liegt im Nebel“

Die Krise in der Eurozone werde noch lange andauern, sagte EZB-Vorstandsmitglied Yves Mersch. Zwar verlasse man das Tal der Krise bereits, doch bis zum Gipfel sei es noch weit. Zeichen für eine Besserung seien noch lange nicht in Sicht.

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Die Eurozone hat die schwerste Krise seit Jahrzehnten nach Ansicht der EZB trotz erster Zeichen für eine Besserung noch lange nicht hinter sich.

„Die Eurozone ist beim Verlassen des Tals der Krise noch in einem sehr frühen Stadium. Bis zum Gipfel ist es noch weit und er liegt im Nebel“, sagte EZB-Direktor Yves Mersch am Freitag auf einer Konferenz in Frankfurt. „Zwischen uns und der Spitze des Berges liegen noch augenscheinliche Fallstricke. Aber ich glaube, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen.“

Der frühere Chef der Zentralbank seines Heimatlandes Luxemburg ist im sechsköpfigen Vorstand der EZB unter anderem für den Aufbau der Bankenaufsicht unter dem Dach der Zentralbank zuständig.

In dieser Funktion verantwortet er auch den angelaufenen Gesundheits-Check der größten Banken der Euro-Zone. Bei diesem Test sollen Staatsanleihen in den Bankbilanzen nicht wie bis dato üblich als risikolose Anlagen betrachtet werden.

Auf mittlere Sicht forderte Mersch allerdings dies zu ändern: „Vom Standpunkt der Vernunft aus betrachtet ergibt es Sinn, dass Aktiva (in den Bilanzen) entsprechend ihres Risikos bewertet werden und nicht nach Konventionen, die die Realität nicht widerspiegeln.“

Über die künftige Bewertung von Staatsanleihen in den Bilanzen der Banken solle möglichst auf internationaler Ebene, etwa im Baseler Ausschuss, entschieden werden, um gleiche Bedingungen für Banken in und außerhalb Europas sicherzustellen.

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