Orkan Xaver: Schwere Zerstörungen in Schottland

In Deutschland wird in wenigen Stunden der Orkan Xaver erwartet. Der Sturm hat in Schottland bereits eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

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Das Orkantief „Xaver“ hat mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 187 Kilometern pro Stunde in Schottland einen Vorgeschmack auf das gegeben, was dem Norden Deutschlands in Kürze drohen könnte. In mehr als 20.000 Haushalten fiel am Donnerstagmorgen der Strom aus. Sämtliche Zugverbindungen wurden nach Angaben des Betreibers ScotRail kurz nach 08.00 Uhr bis auf weiteres wegen Trümmerteilen auf einigen Gleisen gestrichen. Der Zentralbahnhof in Glasgow wurde evakuiert, nachdem Teile eines Glasdachs eingestürzt waren. Vor allem in den Highlands wurde noch bis zum Nachmittag mit sturmartigem Wind gerechnet. Die Behörden warnten vor Überschwemmungen in Küstengebieten.

In Deutschland schränkte die Deutsche Bahn den Zugverkehr nach Sylt ein. Die Züge transportierten keine Wohnwagen, Wohnmobile und leere Anhänger mehr, weil diese besonders empfindlich für Windböen seien, sagte eine Sprecherin des Konzerns. Auch Gefahrgut-Transporte würden nicht mehr mitgenommen. Ab Windstärke zwölf müsse der Zugverkehr nach Sylt komplett eingestellt werden. Die Bahn habe zudem Dieselloks in die Regionen gefahren, in denen der Sturm besonders stark zuschlagen soll. Die Lokomotiven könnten zum Einsatz kommen, wenn Oberleitungen vereist oder durch Sturmschlag beschädigt seien. Sie könnten auch liegengebliebene Züge abschleppen.

Außerdem sind die Bereitschaftsdienste zur Reparatur von Oberleitungen sowie zur Räumung von Bahnsteigen und Gleisen nach Angaben des Konzerns in Alarmbereitschaft. 64 Schneeräumfahrzeuge und 37 Abtauanlagen für Züge seien bundesweit einsatzbereit. Reisende forderte die Bahn auf, sich vor Zugfahrten über Einschränkungen im Bahnverkehr zu informieren. Die Lufthansa sagte ab 14.00 Uhr 17 Flüge am Flughafen Hamburg ab.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor dem Sturmtief „Xaver“, das sich ab dem späten Vormittag an der Nordseeküste zum Orkan mit Böen von bis 140 Kilometern in der Stunde verstärken soll. Auch für das übrige Norddeutschland wurden orkanartige Böen vorhergesagt. Seinen Höhepunkt soll der Sturm am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag erreichen. „Xaver“ bringt außerdem Polarluft mit, so dass der starke Regen nach Einschätzung der Meteorologen am Freitag bis in die Niederungen in Schneefall übergehen dürfte.

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