Steinbrücks Erbe: NRW macht massive Verluste mit Griechen-Bonds

Nordrhein-Westfalen hat beim Zocken mit griechischen Staatsanleihen 168 Millionen Euro verloren. Unter Peer Steinbrück und Jürgen Rüttgers war das Bundesland in das riskante Geschäft eingestiegen. Im vergangenen Jahr verkaufte es die Papiere deutlich unter Nennwert.

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Nordrhein-Westfalen hat mit griechischen Staatsanleihen massive Verluste erlitten. Im vergangenen Jahr verkaufte das Bundesland den Großteil seiner Griechenland-Anleihen zu einem Viertel des Nennwerts.

Die Verluste des Bundeslandes liegen bei 168 Millionen Euro ein, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger. Nach Angaben des Düsseldorfer Finanzministeriums erwarben sowohl die rot-grüne Regierung unter Peer Steinbrück (SPD) als auch die schwarz-gelbe Nachfolgerkoalition unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in den Jahren 2004 und 2005 Anleihen zum Preis von insgesamt 361 Millionen Euro.

Das NRW-Finanzministerium sagt, dass griechische Staatsanleihen von den Ratingagenturen damals noch die Note A erhalten hätten. Lediglich hinsichtlich mittel- oder langfristiger Ausfallrisiken habe es Unsicherheiten geben. Die Verluste seien selbst 2010 noch nicht absehbar gewesen, so das Ministerium.

Anleihen im Wert von 112 Millionen Euro wurde 2010 von Griechenland vollständig zurückgezahlt. Auf dem Rest der Anleihen blieb NRW jedoch sitzen. Deren Wert verringerte sich 2012 drastisch. Denn beim Schuldenschnitt für Griechenland mussten griechische Staatsanleihen zwangsumgetauscht werden.

Im Oktober 2012 verkaufte NRW seine letzten Griechenland-Anleihen. Dafür erhielt das Land jedoch lediglich 52 Millionen Euro. Das war nur knapp ein Viertel des Nennwerts der Papiere. „Der Verkauf der griechischen Wertpapiere erfolgte zum damaligen Zeitpunkt auch unter der Prämisse einer Werterhaltung und zur Vermeidung weiterer Verluste“, so das Landesfinanzministerium.

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