Ukraine: Polizei stürmt besetztes Rathaus in Kiew

In Kiew hat die Polizei das Rathaus gestürmt. Die Regierungsgegner erhielten Unterstützung aus Brüssel: Die EU-Aussenbeauftragte Ashton will nach Kiew reisen, um mit Regierungschef Janukowitsch zu sprechen.

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Ukrainische Bereitschaftspolizisten haben am Mittwochmorgen das von Demonstranten besetzte Rathaus von Kiew gestürmt. Sie seien in das Gebäude eingedrungen, berichteten Teilnehmer der Protestaktion. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Besetzer die Polizisten anscheinend mit Wasserschläuchen bespritzten.

Zuvor waren Polizisten auf den Unabhängigkeitsplatz der Hauptstadt vorgerückt, auf dem seit Tagen oppositionelle Demonstranten ausharren und den Rücktritt der Regierung verlangen. Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte hätten einen Teil des Platzes besetzt. Auf einer Bühne in der Platzmitte rief eine Sängerin die Polizisten dazu auf, die ihnen gegebenen Befehle nicht zu befolgen. Einige Demonstranten sangen die Nationalhymne.

Zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der mit Helmen und Schilden ausgerüsteten Polizisten kam es zunächst offenbar nicht. Auch machten die Polizisten keine Anstalten die von den Demonstranten errichteten Zelte zu entfernen. Mehrere Hundert Protestierer blieben in dem Lager. Der ukrainische Oppositionsführer und Boxweltmeister Vitali Klitschko kündigte an, die Proteste notfalls bis ins neue Jahr fortzusetzen.

Die EU-Außenbeauftragte Ashton plant unterdessen eine Reise nach Kiew – um zu vermitteln, wie es in Brüssel hieß.

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