Verschärfte Regulierung: Banken suchen dringend Experten

Circa 9 Milliarden Euro pro Jahr stecken die Banken in die Umsetzung der neuen Regulierungen. Das ist ein Drittel ihrer gesamten internen Kosten. Allein die Einstellung zusätzlicher Finanz-Experten kostet mehr als eine Milliarde Euro.

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Die verschärfte Regulierung bringt das Geschäft der deutschen Banken nach deren eigener Einschätzung nicht ins Wanken. „Die meisten Institute sehen ihr Geschäftsmodell nicht grundsätzlich in Frage gestellt“, zog Ulrich Pukropski, Leiter des Finanzdienstleistungs-Bereichs bei KPMG, das Fazit einer Studie, die am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt wurde.

„Die Studie zeigt, dass die Regulierung wirkt“, sagte Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, der für die deutschen Privatbanken spricht. „Der Bankensektor ist heute wesentlich stabiler und besser gegen Krisen gewappnet als vor der Finanzkrise.“

Die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat in Zusammenarbeit mit dem Bankenverband und dem Landes- und Förderbanken-Verband VÖB 20 große, regionale und Privatbanken befragt, die für rund 60 Prozent der Bilanzsumme aller deutschen Banken stehen.

Die Geldhäuser hätten ihr Geschäft in der von Politik und Aufsehern gewünschten Richtung angepasst, sagte Pukropski. „Risikoreiche Geschäfte haben nachgelassen. Das Geschäft mit Firmen- und Privatkunden steht im Vordergrund“, sagte Pukropski.

Nach der Studie kostet die verschärfte Regulierung die deutschen Banken hochgerechnet 9 Milliarden Euro im Jahr. Davon entfallen 1,4 Milliarden auf Sach- und Personalkosten, etwa für zusätzliche Fachleute. „Das ist für die Banken der größte Druckpunkt: die Gewinnung von Experten“, sagte der KPMG-Experte.

600 Millionen Euro veranschlagt KPMG für die deutsche Bankenabgabe. Der Löwenanteil von 7 Milliarden Euro entfalle auf indirekte Kosten. Die Banken müssten diesen Betrag zusätzlich verdienen, um bei steigenden Eigenkapital- und Liquiditätspolstern noch Renditen zu erwirtschaften, die sie am Kapitalmarkt attraktiv machten, erläuterte Kemmer.

Der Hauptgeschäftsführer betonte, der Bankenverband sei nicht grundsätzlich gegen höhere Auflagen: „Wir begleiten auch neue Regulierungsmaßnahmen mit der nötigen kritischen Distanz. Aber man muss auch den Mut haben, wieder etwas zurückzudrehen, wenn es sich nicht bewährt“, betonte er.

„Die Skala der Regulierungskosten ist nach oben offen“, sagte Kemmer. Der Studie zufolge erwarten die Banken steigende Ausgaben: Jeder dritte Euro, den die Geldhäuser bis 2015 für interne Projekte ausgeben, stehe in Zusammenhang mit den neuen Vorschriften. Von 2010 bis 2012 war es jeder vierte Euro.

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