Österreich: Top-Lobbyistin Karmasin wird neue Jugend-Ministerin

Die neue österreichische Regierung holt sich die PR-Leute gleich direkt in die Regierung. Ministerin für Jugend und Familie wird Sophie Karmasin, die zu den führenden PR-Frauen des Landes zählt. Eine Marketing-Kampagne für Mineralwasser zeigt, dass die Lobbyisten in Wien künftig eine AnsprechpartnerIn auf Augenhöhe haben werden.

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Österreich bekommt eine Top-Lobbyistin als neue Ministerin für Familie und Jugend: Die Meinungsforscherin und PR-Expertin Sophie Karmasin zieht in die Regierung ein. Sie hatte 2009 mit dem PR-Berater Wolfgang Rosam ein gemeinsames PR-Unternehmen gegründet. Rosam war 1995 verantwortlich für die Kampagne der Bundesregierung zum EU-Beitritt. Er gewann für die Kampgane einen Preis – wenig verwunderlich, von der EU. Heute gibt er unter anderem ein Weinmagazin heraus.

Zu der gemeinsamen Lobby-Firma schreibt Rosam in seinem Lebenslauf:

Gründung der Kommunikationsgruppe LEADING Advisors Group gemeinsam mit Dietmar Ecker, Gregor Schönstein, Monika Langthaler und Christian Nohel (brainbows), Sophie Karmasin (SK Market Intelligence), Helmut Brandstätter (BBC) und Peter Filzmaier (Institut für Strategieanalysen). Sie vereint die erfahrensten Kommunikationsberater Österreichs und bietet aus den genannten Disziplinen einen neuartigen Zugang für ganzheitliche Kommunikationslösungen.

Rosam gibt gerne an, dass die EU-Kampagne ein perfektes Beispiel sei, wie man mit Marketing die öffentliche Meinung beeinflussen könne.

Karmasins Lobby-Arbeit kann man beispielhaft an einem Video sehen, welches die Marktforscherin für das Produkt Mineralwasser erstellt hat.

Darin ist zu erkennen, zu welch intellektuellen Höchstleistungen die österreichische PR-Branche in der Lage ist. Das Thema ist in Österreich schwer zu kommunizieren, da Österreich über hervorragendes Trinkwasser verfügt und es eigentlich nicht im geringsten nötig hat, Mineralwasser über tausende Kilometer heranzukarren.

Doch Karmasin hat in einer umfassenden Feldforschung herausgefunden, dass die Österreich existentielle Gründe haben, Mineralwasser zu trinken. Als erstes Ergebnis der mühevollen Recherchearbeit enthüllt die Marktforscherin, dass die ÖsterreicherInnen Mineralwasser trinken, „um den Durst zu löschen“.

Derlei Weisheiten darf man nun auch von der neuen Jugend- und Familienministerin erwarten.

Natürlich absolut fernab von jedem Einfluss von Industrie- und Wirtschaftsinteressen.

Zumindest wird man davon nichts erfahren, weil Karmasin ja Profi ist.

Und nicht so enden will wie der etwas tolpatschige, ehemalige Innenminister Ernst Strasser (hier).

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