Crash-Gefahr in China: Zinsen explodieren über Nacht

Die Zinsen für kurzfristige Kredite zwischen den Banken sind auf über 8 Prozent angestiegen. Das ist so hoch wie seit Juni nicht mehr. Die Zentralbank, die 24 Milliarden Euro in den Markt pumpen will, konnte den Markt nicht wieder beruhigen.

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In China wächst die Furcht vor einer Finanzkrise. Die Zinsen für kurzfristige Kredite am Geldmarkt – wo sich die Banken gegenseitig mit Liquidität eindecken – kletterten am Freitag den dritten Tag in Folge. Mit 8,1277 Prozent erreichten sie den höchsten Wert seit einem halben Jahr, als es schon einmal zu Engpässen gekommen war.

Die chinesische Zentralbank kündigte deshalb an, mehr Geld zuzuschießen. Nach Angaben der Zeitung China Business News, die der Finanzmetropole Shanghai gehört, will sie ausgewählten Banken kurzfristige Kredite in Höhe umgerechnet 24 Milliarden Euro bereitstellen.

Die Zentralbank will die Kosten für kurzfristige Kredite schrittweise steigen lassen, um spekulative Geschäfte einzudämmen. Der kräftige Anstieg der Zinsen zeigt aber, wie schwierig es ist, den Finanzmarkt dabei nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Die Angst vor einer Liquiditätsklemme schickte die Aktienkurse auf Talfahrt. Der Leitindex CSI 300 verlor 2,2 Prozent und schloss auf den niedrigsten Stand seit Wochen. Der Shanghaier Aktienindex verzeichnete mit 5,1 Prozent den größten Wochenverlust seit Mai 2011.

Bereits im Juni ging die Sorge vor einer Kreditklemme um. Damals stiegen die Geldmarktzinsen bis auf 11,62 Prozent. Investoren befürchten nun, dass es abermals zu einem Engpass bei der Versorgung der Banken mit Geld kommen könnte.

Die Sorgen kommen für China zur Unzeit, hat doch die US-Notenbank den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik angekündigt. Diese hatte in den vergangenen Jahren das Wachstum in den Schwellenländern angekurbelt. Nun nehmen die Sorgen zu, dass darunter auch die Konjunktur in China leiden könnte.

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