Michail Chodorkowski ist in Berlin gelandet

Nach zehnjähriger Haftstrafe ist Michail Chodorkowskis am Abend in Berlin gelandet. Noch im Gefängnis habe er um Ausreisepapiere gebeten. Die kranke Mutter des Regierungskritikers soll sich in einem Berliner Krankenhaus in Behandlung befinden.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Update: Der russische Regierungskritiker Michail Chodorkowski ist in Berlin. Der 50-Jährige sei am Freitag auf dem Flughafen Schönefeld gelandet und nach Deutschland eingereist, bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. In deutschen Diplomatenkreisen hieß es, die deutsche Botschaft in Moskau sei an der Vorbereitung der Ausreise beteiligt gewesen. Vertreter des Auswärtigen Amtes seien auch bei den Einreiseformalitäten in Berlin behilflich gewesen.

Der gerade freigelassene russische Regierungskritiker Michail Chodorkowski ist der Gefängnisbehörde des Landes zufolge auf dem Weg nach Deutschland. Er habe um seine Ausreisepapiere gebeten und dann Russland mit einem Flugzeug Richtung Deutschland verlassen, teilte die Behörde am Freitag auf ihrer Webseite mit. Das Auswärtige Amt kommentierte die Angaben zunächst nicht.

Chodorkowski wurde am Freitag nach zehn Jahren Haft aus dem Gefängnis nahe der Grenze zu Finnland vorzeitig freigelassen. Präsident Wladimir Putin hatte eine Begnadigung des einst reichsten Russen aus humanitären Gründen unterzeichnet und war damit einer entsprechenden Ankündigung vom Donnerstag nachgekommen. Die Bundesregierung äußerte sich über den Schritt erfreut.

Chodorkowski ist der prominenteste Gegenspieler des Staatsoberhaupts. Der 50-Jährige sollte eigentlich in acht Monaten freikommen. Dem früheren Ölmagnaten wurde unter anderem Steuerhinterziehung vorgeworfen. Kritiker sprachen von politisch motivierten Prozessen, weil er Putin herausgefordert hatte.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick