Briten holen japanisches Atomkraft-Knowhow nach Europa

Toshiba kauft fünfzig Prozent am britischen Atomenergie-Konsortium NuGen. 102 Millionen Euro haben die Japaner dafür gezahlt. Damit kommt japanisches Know-How nach Europa. Angesichts der Katastrophe von Fukushima keine besonders beruhigende Nachricht.

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Der spanische Versorger Iberdrola verkauft seinen 50-prozentigen Anteil am britischen Atomenergie-Konsortium NuGen. Käufer ist der japanische Toshiba-Konzern. Das teilte Iberdrola am Montag in Madrid mit. Als Preis wurden 102 Millionen Euro genannt. Die restlichen 50 Prozent hält der französische Versorger GDF Suez, berichtet die FT.

NuGen betreibt eine Atomanlage in Sellafield im Nordwesten von England. Dort soll ein 3,6-Gigawatt-Kernkraftwerk gebaut werden. Während die Japaner ihr Atomkraft-Knowhow nach Europa bringen, wurde bei 59 Kindern in Fukushima Schilddrüsenkrebs festgestellt, berichtet aktuell die japanische Zeitung Asahi Shimbun.

Mit dem Deal haben nun fast alle großen Spieler der Nuklearindustrie ein Standbein in Großbritannien.

Im Hinblick auf die Atomkraft ist die Insel-Lage der Briten kein ausreichender Grund, um sich auf dem Kontinent sicher zu fühlen.

Doch Großbritannien setzt weiter auf die Kernenergie.

Erst kürzlich hatte ein britischer Atom-Manager erklärt, er wäre jederzeit bereit, mit seiner Familie nach Fukushima zu ziehen (mehr hier).

Vor zwei Monaten unterschrieb die britische Regierung einen Vertrag mit dem staatlichen französischen Unternehmen EDF, um ein 19 Milliarden Euro teures Kernkraftwerk in Somerset zu bauen. Es wird erwartet, dass sich zusätzlich das staatliche chinesische Unternehmen CGN an diesem Projekt beteiligen wird.

Der japanische Technologiekonzern Hitachi hat im vergangenen Jahr Horizon gekauft – ein weiteres UK-Konsortium für Kernkraft, das von den deutschen Versorger EON und RWE zum Verkauf angeboten wurde. Horizon besitzt unter anderem das Recht, Reaktoren in Nord-Wales zu bauen.

Großbritannien muss in den kommenden Jahren einige Kern- und Kohlenkraftwerke aus Altersgründen abschalten und will deshalb neue Kernkraftwerke bauen. Toshiba gehört bereits der Atomkraftwerksbauer Westinghouse.

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