Russland eröffnet Chodorkowski Möglichkeit zur Rückkehr

Russland will die Urteile gegen Michail Chodorkowski wegen Steuerhinterziehung überprüfen. Der frühere Oligarch hat unterdessen um eine Aufenthaltserlaubnis in der Schweiz angesucht, wo er Firmen betreibt.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Der oberste russische Gerichtshof hat angekündigt, zwei gegen Michail Chodorkowski verhängte Urteile zu überprüfen. Die Prüfung der Fälle aus den Jahren 2005 und 2010 im Zusammenhang mit Chodorkowskis Rolle bei dessen inzwischen aufgelöstem Ölkonzern Yukos werde in den kommenden zwei Monaten erfolgen, teilte ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch mit. Damit könnten Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, die Chodorkowski nach eigenen Worten daran hindern, trotz seiner Begnadigung durch Präsident Wladimir Putin in die Heimat zurückzukehren. Der frühere Ölmagnat war am Freitag überraschend nach zehnjähriger Haft freigelassen worden und hält sich derzeit in Berlin auf.

Die russische Regierung hat Chodorkowski zwar zugesichert, dieser könne jederzeit nach Russland zurückkehren. Chodorkowski erklärte jedoch, es gebe keine Garantien, dass er anschließend das Land auch wieder verlassen dürfe. Er werde nicht heimkehren, solange ein Gerichtsentscheid Gültigkeit habe, demzufolge er umgerechnet 380 Millionen Euro an Steuerschulden zu begleichen habe. Der russischen Zeitung „Kommersant“ sagte er, er begrüße die jetzt zugesicherten Überprüfungen. Zugleich hoffe er, dass diese auch zur Freilassung seines ehemaliger Geschäftspartners Platon Lebedew führen würden.

Der russische Regierungskritiker Michail Chodorkowski hat ein Visum für die Schweiz beantragt. Ein Sprecher des Schweizer Außenministeriums erklärte am Dienstag, Chodorkowski habe in der Schweizer Botschaft in Berlin um eine dreimonatige Einreisebewilligung gebeten. Das Gesuch werde nun bearbeitet. Russischen Medienberichten zufolge hat Chodorkowskis zweite Frau Inna ein Eigenheim in Genf, wo auch mehrere seiner Firmen Niederlassungen betrieben. Der 50-Jährige hat bislang offengelassen, wie lange er in Deutschland bleiben wird. Sein Visum für die Bundesrepublik gilt für ein Jahr.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick