Schädel-Hirn-Trauma: Schwerer Ski-Unfall von Michael Schumacher

Der Auto-Rennfahrer Michael Schumacher ist bei einem Ski-Unfall im französischen Meribel schwer verletzt worden. Es hat sich eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Die von der Sport-Industrie forcierte Carving-Technik hat dazu geführt, dass auch ungeübte Ski-Fahrer einen Geschwindigkeits-Rausch erleben. Die Folge: Viel mehr schwere Verletzungen und Todesfälle in einem früher eher harmlosen Sport.

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Aktuelles Update:
Schumacher Not-Operation, in kritischem Zustand

Der siebenfache Formel-1-Champion Michael Schumacher ist Medienberichten zufolge bei einem Skiunfall in Frankreich schwer verletzt worden. Er habe bei dem Unglück im Skigebiet Meribel eine Kopfverletzung erlitten, berichteten die Sender Europe 1 und RMC am Sonntag. „Er wurde in ein Krankenhaus von Grenoble gebracht“, sagte der Direktor des Skigebiets, Christophe Gernignon-Lecomte, dem Sender RMC. Wie schwer Schumachers Verletzungen seien, könne er nicht sagen.

Der Telegraph zitierte den Direktor zunächst mit der Aussage, dass die Verletzungen möglicher Weise nicht so schlimm seien wie ursprünglich befürchtet. Schumacher sei in einen Felsen gerast, er habe einen Helm getragen und sei nach dem Unfall bei Bewusstsein gewesen. Im Krankenhaus scheint sich jedoch nach BBC-Informationen der Verdacht zu bestätigen, dass Schumacher ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe. Er befinde sich jedoch außer Lebensgefahr.

Der 44-jährige Schumacher hatte den Rennsport in der Formel 1 im vergangenen Jahr aufgegeben, nachdem er mit Mercedes ein Comeback versucht hatte. Zuvor hatte er sich schon einmal von der Formel 1 verabschiedet – damals noch als Ferrari-Pilot.

In den vergangenen Jahren haben sich die Ski-Unfälle in den Alpen gehäuft – vor allem jene mit schweren Verletzungen oder gar Todesfolgen. Gab es noch vor 30 Jahren kaum Todesfälle, gehören sie heute zur jährlichen Bilanz in den Ski-Gebieten.

Der Grund für viele Unfälle liegt in der von der Sportartikel-Industrie durchgesetzten Carving-Technik der Skier: Die neu geschnittenen Skier ermöglichen auch ungeübten und untrainierten Skifahrern hohe Geschwindigkeiten bei großen Radien. Skifahren sollte so zum Massensport auch für Nationen werden, die keine Berge haben – und daher keine Möglichkeit, den Sport wirklich gründlich zu erlernen. Mit der einfacheren Methode wurden in der Tat immer mehr Ski-Touristen in die Alpen gelockt – und rasen seither, obwohl technisch überfordert, über Pisten, die eigentlich nicht für diese Art von Hochgeschwindigkeits-Rausch angelegt sind.

Dadurch kommt es zu Zusammenstößen, die meist schwere Verletzungen nach sich ziehen.

In zahlreichen Skigebieten gilt daher Helm-Pflicht.

Der Ski-Sport hat dennoch, wie vieles in der Gesellschaft, durch den maßlosen Drang, dass jeder alles können will, auch wenn er dazu nicht befähigt ist, seinen urspünglichen Charakter als Natur-Erlebnis weitgehend verloren. Hauptzweck einer von von den Herstellern und Tourismus-Verbänden ist es, den Massen die Illusion zu geben, dass man im blinden Vertrauen auf Marketing und Technik alles erreichen kann.

In dieser Hinsicht entspricht der Ski-Sport einem allgemeinen gesellschaftlichen Trend der Entkoppelung von Befähigung, Tat und Verantwortung.

Am deutlichsten ist dieser Zeitgeist in der Finanz-Industrie zu beobachten.

Auch dort gilt für Profis längst Helm-Pflicht.

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