Selbstständige können vom Mindestlohn nur träumen

In Deutschland verdienen 330.000 Unternehmer mit einer kleinen Zahl an Angestellten weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Wenn der allgemeine Mindestlohn kommt, haben sie weniger Einkommen als die eigenen Mitarbeiter. Ein-Mann-Betriebe können grundsätzlich auf keinen Mindestlohn setzen: Sie müssen davon leben, was sie erwirtschaften.

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Ein Viertel der Selbstständigen in Deutschland verdient weniger als der geplante allgemeine Mindestlohn von 8,50 Euro. Hunderttausende von ihnen könnten künftig weniger verdienen als ihre Angestellten, wenn der allgemeine Mindestlohn eingeführt wird.

Circa 1,1 Millionen der 4,4 Millionen Selbstständigen haben vor Steuern weniger als 8,50 Euro Stundenlohn, zitiert Die Welt Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die meisten dieser Unternehmer haben keine Mitarbeiter.

Es gibt aber auch 330.000 Selbstständige, die Arbeitnehmer beschäftigen und dennoch nicht auf 8,50 Euro kommen. Wenn der allgemeine Mindestlohn eingeführt wird, verdienen sie weniger als die eigenen Angestellten.

Bei den Ein-Mann-Unternehmern verdienen 31 Prozent weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Aber auch bei den Unternehmern mit Angestellten sind es 17 Prozent. Bei Arbeitnehmern haben derzeit nur 15 Prozent ein Gehalt von weniger als 8,50 Euro.

Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sagt: „Wirre Köpfe müssten nun als Ergänzung zum Mindestlohn Mindestpreise oder Mindestgewinne oberhalb des Hartz-IV-Anspruchs fordern.“

Der Mindestlohn könnte dazu führen, dass es noch mehr Selbstständige mit niedrigen Einkommen gibt. „Denn der Friseursalonbesitzer, der den Mindestlohn nicht zahlen will, kann immer noch seine Angestellten entlassen und dann seine Waschbecken an freischaffende Friseure vermieten“, sagt Marcel Thum, der Direktor des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo Dresden.

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