Karstadt-Milliardär Berggruen gründet Zentralorgan der Finanz-Eliten

Die internationalen Finanz-Eliten schaffen sich ihr eigenes Medium: Unter der Führung des Karstadt-Milliardärs Nichoals Berggruen und Arianna Huffington wollen die Super-Reichen künftig die Nachrichten selbst bestimmen. Allerdings soll auch ein spanischer Arbeitsloser Artikel für das neue Zentralorgan der Reichen schreiben dürfen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Offenbar hat der Karstadt-Heilsbringer Nicholas Berggruen (alles zu den traurigen Geschichten – hier) genug von den schlechten Nachrichten, die ihm die deutsche Presse nach ersten Jubelstürmen jetzt beschert. Berggruen unterhält bereits einen einflussreichen Think Tank, dem unter anderem Gerhard Schröder angehört. Die Frau des Ex-Kanzlers war kurzzeitig Mitglied im Karstadt-Aufsichtsrat.

Doch anders als Schröder ist Berggruen überzeugt, dass er und die globalen Finanz-Eliten nicht „Bild, BamS und die Glotze“ brauchen, sondern mit der „World Post“ besser fahren. Gemeinsam mit der umtriebigen Arianna Huffington wird Bergruen am kommenden Weltwirtschaftsforum in Davos das Organ der Superreichen präsentieren.

In der Berichterstattung planen die Jung-Verleger ausdrücklich die Sicht der Dinge „von oben“. Als Autoren werden Tony Blair, Bill Gates und Eric Schmidt von Google tätig werden, berichtet der Guardian. Im Board sitzen zahlreiche Verleger und Ex-Verleger.

Die linke Arianna Huffington sieht darin natürlich keine elitäre Manipulations- und Selbstbestätigungs-Maschine, sondern will, dass „neben all diesen Staatschefs und großartigen Geschäftleuten“ auch „ein Arbeitsloser aus Spanien und ein Student aus Brasilien schreiben kann“.

Huffington hat für ihre Huffington Post einen Beitrag zur Bekämpfung der Langeweile geleistet, weil Blogger dort gratis schreiben dürfen. In Deutschland kooperiert Huffington mit dem Burda-Verlag, der seinerseits mit der Zeitschrift „Bunte“ das Zentralorgan der Gelifteten und Unerreichbaren herausgibt.

Die Huffington Post kooperiert mit anderen Publikationen in mehreren Staaten, insgesamt mit eher überschaubarem Erfolg.

Interessant an der neuen World Post ist jedoch, dass im Board der Publikation auch der Gründer von eBay, Pierre Omidyar, vertreten ist. Omidyar baut gerade mit dem Journalisten Glenn Greenwald eine „investigative“ Publikation auf, die die von Snowden aus der NSA geleakten Dokumente verbraten will.

Es ist davon auszugehen, dass die „wunderbaren Staatschefs und großartigen Geschäftsleute“, die nun mit der World Post ihr eigenes Sprachrohr erhalten, rechtzeitig erfahren werden, was die NSA über sei weiß oder zu wissen vorgibt.

Berggruen sagte dem Guardian, die World Post werde über alles berichten „was unsere Traumbilder (imagination) und unsere Leben berührt“. Es gebe selbstverständlich ein Publikum für die „internationale Perspektive“.

Goodbye Prawda.
Hello World Post!

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick