Gold-Heimholung: Bundesbank verwickelt sich in Widersprüche

Die Deutsche Bundesbank hat frühere Aussagen korrigiert, wonach eine Sicherheitsfirma das deutsche Gold vor dem Transport einschmolz. Vielmehr habe man die „Original-Barren“ erhalten und diese dann selbst in Deutschland umgeschmolzen. Die Bundesbank liefert keine Belege für die neue Darstellung.

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Im Zusammenhang mit der Rückführung des deutschen Goldes aus den USA verwickelt sich die Deutsche Bundesbank in neue Widersprüche. Entgegen ihren früheren Äußerungen soll die erste Goldlieferung nicht vor der Lieferung, sondern erst danach eingeschmolzen worden sein. Das Vorgehen der Bundesbank bleibt äußerst intransparent.

Ende letzten Jahres hatte die Bundesbank gesagt, dass 2013 „knapp 37 Tonnen aus Tresoren in New York und Paris nach Frankfurt transportiert“ worden sind. Sie hatte in diesem Zusammenhang eingeräumt, dass ein Teil der Goldbarren vor dem Transport eingeschmolzen wurde. Diese erste Darstellung seitens der Bundesbank wurde auch auf Nachfrage des Investigativ-Journalisten Lars Schall zunächst nicht dementiert, berichtet der Chef der Deutschen Edelmetall-Gesellschaft Peter Boehringer auf dem Goldseitenblog.

Die Darstellung, dass das deutsche Gold vor dem Transport erst umgeschmolzen werden musste, spricht dafür, dass die ursprünglichen Barren der Bundesbank in New York nicht mehr vorhanden sind. Offenbar nutzen die Amerikaner das Gold der Deutschen gegen alle Vereinbarungen für ihre eigenen Zwecke (mehr hier).

Die Bundesbank widerspricht den Vorwürfen an die Federal Reserve. Zudem ändert sie die eigene Aussage von Ende Dezember ins komplette Gegenteil. Auf Anfrage der WirtschaftsWoche sagte sie, es habe sich bei den überführten Goldbarren nun doch um die Original-Barren gehandelt, die seinerzeit der Obhut der ausländischen Zentralbanken überlassen wurden.

Man habe nur einige der Barren selbst umschmelzen lassen, die den international akzeptierten Standard für Goldbarren „London Good Delivery“ (LGD) nicht erfüllten, so die Bundesbank. Dieser LGD-Standard aus dem Jahr 1979 fordert einen Feingoldgehalt von mindestens 99,5 Prozent und ein Gewicht zwischen 350 und 430 Unzen (10,9 bis 13,4 Kilogramm).

Boehringer fragt, warum nur einige Barren umgeschmolzen worden sein sollen. „Die Ware aus den 50ern und 60ern war entweder ganz oder gar nicht LGD-konform – warum hätte die Bundesbank damals inhomogene Ware kaufen sollen?“

Das Vorgehen der Bundesbank bleibt äußerst intransparent. Sie veröffentlicht keine Liste mit den Seriennummern der alten und neuen Barren. Sie sagt nicht, wer die Barren wo geschmolzen hat und wer die Umschmelzung überwacht hat. Stattdessen belehrt die Bundesbank ihre Kritiker:

„Abgesehen davon könnte es Skeptikern auch relativ egal sein, ob alte oder neue Barren geliefert werden, solange sich der von der Bundesbank bilanzierte Goldbestand dadurch nicht schmälert.“

Boehringer schreibt, dass es den 80 Millionen Eigentümern eben nicht egal sei, was mit ihrem Gold geschieht: „Integre Bilanzprüfer und Staatsanwälte haben schon bei erheblich geringeren Ungereimtheiten Aufklärung und volle Transparenz verlangt!“ Es gehe um Volkseigentum im Wert von 125 Milliarden Euro, das durch Bundesbank und Federal Reserve treuhänderisch verwahrt wird.

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